IPO – Old Economy outperformte New Economy in 2017

Starke Börsen ermuntert Emittenten und Kapitalgeber

In den vergangenen sechs Monate wurden IPOs durch Vertreter der Old Economy kaum gewürdigt, obwohl diese New Economy IPOs outperformten. Denn das Interesse nach New Economy-Vertreter versprach höhere Chancen auf eine attraktive Verzinsung und schnelle Kursgewinne der Anlagen. Das erwartungsvolle und gewinnträchtige Börsenumfeld in 2017 schaffte eine risikofreudige IPO-Stimmung der Anleger. Sowohl in den USA, als auch im EUR-Raum verdoppelten sich die Aktien-Börsengänge. In den USA fanden 246 IPOs im Volumen von EUR 47 Mrd. statt, in Europa 315 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von EUR 48,0 Mrd. und in der Schweiz nur vier.

Performance: Old Economy schlägt New Economy

Die Analysierung der wichtigsten Einzelwerte sowohl in Europa, als auch in den USA ist ernüchternd: Grundsätzlich enttäuschten die meisten Papiere im kurz-bis mittelfristigen Haltezeitraum. Um nicht trockene statistische Werte aufzuzeigen, ziehe ich es vor auf, die vier IPO’s zu beleuchten, welche in der Schweiz im vergangenen Jahr Investoren anlockten: Bei den emittierten Papiere handelt es sich um Poenina Holding AG (Rendite seit Kotierung am 16. November 2017, basierend auf dem Tagesendkurs des Emissionstages, +12,6 Prozent), Landis+Gyr Group AG (IPO am 21. Juli 2017, 0,0 Prozent), Zur Rose Group AG  (Emission am 06. Juli 2017, -10,3 Prozent) sowie Galenica AG (IPO am 07. April 2017, +26,2 Prozent). Die drei Old Economy Vertreter gewannen zwischen 0,0 und 26,2 Prozent. Der einzige Vertreter der New Economy, die Online-Apotheke “Zur Rose Group AG”, wies seit der Platzierung gar eine negative Performance von über 10 Prozent auf.

Die Beobachtung, dass eCommerce-Aktien sich für die Altaktionäre rentierten, während die neuen Kapitalgeber die Papiere überzahlt haben, zeigt das Beispiel Snap in den USA eindrücklich. Das IPO von Snap Inc. war die grösste in den USA in 2017. Am 02. März emittiert zu einem Preis von USD 17,00, spülte es USD 3,4 Mrd. in die Kassen der Altaktionäre, obwohl zum Zeitpunkt der Aktienplatzierung die Gesellschaft in 2016 einen Verlust von USD 514,6 Mio. erwirtschaftete und sogar im Emissionsprospekt darauf hingewiesen wurde, dass die Gesellschaft möglicherweise den Break-even nie schaffen werde. Die Quittung folgte: Beim heutigen Kurs von USD 14,40 errechnet sich ein Anlageverlust seit dem IPO von 15,3 Prozent.

Text: Radovan Milanovic

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