Inflationsindexierte Anleihen, …im Falle eines Falles

Offizielle Inflationsrate vs. “gefühlte Inflation”

Das Statistische Bundesamt gab soeben die Juli 2018 Inflationsrate mit +2,0 Prozent (Juli 2017: +1,7 Prozent) bekannt, bei der noch kein Grund zur Sorge besteht. Doch der trockene und heisse Sommer führte zu insgesamt 8,0 bis 8,2 Prozent höheren Gemüsepreisen. Unter dem Strich verteuerten sich die Nahrungsmittel um +2,5 Prozent. Und die Energiekosten (Benzin, Diesel, Elektrizität) gar um +6,9 Prozent. Der Bürger sieht die täglich steigenden Ausgaben in Form seiner “gefühlter Inflation.” Er geht deshalb davon aus, dass die vom Statistischen Bundesamt berechnete Inflationsrate zu tief sei.

Offizielle Inflationsrate vs. "gefühlte Inflation"

Steigende Zinsen liegen in der Luft

Die EZB hat sich zu einer weniger expansiven Geldpolitik entschieden und will die Anleihenkäufe bis zum Jahresende erstmals einstellen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Europäische Zentralbank insgesamt EUR 2,8 Bio. Anleihen vom Markt absorbiert haben. In einem weiteren Schritt dürfte die EZB im Sommer / Herbst 2019 die Schlüsselzinsen anheben. Doch vorerst wird die EZB den Einlagensatz von -0,4 Prozent stufenweise anheben.

Auch Brüssel’s EC Comission bestätigt die Euro-Zone Inflationsrate für Juli von +2,1 Juli 2018 (Juni +2,00) Prozent. Als grösster Preistreiber erwiesen sich die Energiekosen mit einem Anstieg von +9,4 Prozent p.a. (Vormonat +8,0 Prozent), welche jedoch wie die unverarbeiteten Lebensmittel nicht zur Kernrate gezählt werden.

Inflationsindexierte Anleihen, Kapitalschutz bei steigenden Zinsen

Bereits die Antizipierung höherer Inflation und Marktzinsen bewirkt ein Interesse an inflationsindexierten Anleihen. Denn diese bieten dem Investor Schutz vor Inflation, da reale Renditen (erzielte Rendite nach Abzug der Teuerungsrate) bei anziehenden Zinsen negativ sein können. Steigende Zinsen führen zu fallenden Kurse von Straight Bonds (festverzinsliche Anleihen). Inflationsindexierte Anleihen weisen in der Mehrheit auch bei verändernden Marktzinsen weniger starke Volatilitäten auf. Somit beträgt die Rendite solcher Anleihen der annäherungseise der aktuellen (Markt-)Realrendite. Bei inflationsgesicherten deutschen Staatsanleihen entspricht der Rückzahlungsbetrag in jedem Falle – auch bei Deflation – dem Nennwert der Anleihe. Inflationsgeschützte Anleihen weisen zwei kapitalbezogene Eigenheiten auf: 1) Während der Laufzeit der Anleihe untersteht diese den marktgängigen Kursschwankungen. Der Kapitalschutz betrifft nur die Rückzahlung der Anleihe zu den fixierten Bedingungen. 2) Die Anleihen unterliegen nicht der Einlagensicherung

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay, Creator: geralt

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