Industrie 4.0 ist bei deutschen Banken angekommen

Die Norm Industrie 4.0 definiert die technische Grundlage zur Verzahnung moderner Informations- und Kommunikationstechnik der industriellen Produktion auf der Basis intelligenter und digital vernetzter Systeme. Ähnlich dem IoT  (Internet der Dinge) welche physische und virtuelle Dinge miteinander vernetzt und mittels Informations- und Kommunikationstechniken zusammen arbeiten.

Industrie 4.0 – Banken im Fadenkreuz von Cyber-Sicherheit…

Industrie 4.0 für den Finanzbereich bedeutet eine fortschreitende Digitalisierung der Arbeitsabläufe sowie eine effizientere, kostengünstigere Auslastung der Ressourcen bei der Erbringung von Bankdienstleistungen. Dieses Ziel führt zu hohen Cyber-Security Kosten. Die IT-Sicherheit soll denn auch an oberster Stelle der Prioritäten auf dem Weg zu Industrie 4.0 stehen.

…und Datenbeschaffung für den Staat

Denn die Banken und Sparkassen sind aufgrund des Geldwäschegesetz (GwG) verpflichtet, die wirtschaftlichen Berechtigten an Geldern offenlegen zu lassen. Daneben müssen sie qualitative Formvorschriften zur Dokumentierung der Rechtsgeschäfte einhalten, um eine Verschleierung von Geldern zu verhindern. Zur Verhinderung der Geldwäsche arbeiten die Regierungen am Aufbau von nationalen Registern, zur Kontrolle der Eigentumsverhältnisse.

Im Falle von Krediten müssen die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Grundgeschäfte zur Erlangung der Gelder dokumentiert werden. Der “Digitale Finanzbericht” (DiFin) setzt hier an, indem er in Deutschland als Standard für die elektronische Bilanzübertragung von Firmenkunden an die Finanzinstitute eingeführt wird. Ein weiterer Schritt zur Digitalisierung bei Banken und Sparkassen. Nach einer Versuchsphase wird der Standard Industrie 4.0 bei den Kreditinstituten ab April 2018 eingeführt. Firmenkunden, welche Kredite aufnehmen müssen ihre Vermögensverhältnisse offenlegen, indem sie ihre Jahresabschlüsse bei ihren Gläubigerbanken einreichen. Statt wie bisher in Papierform werden diese digital übertragen.

Der Digitale Finanzbericht erfolgt auf gleiche Weise wie die e-Bilanz an das Finanzamt transferiert wird. Nicht nur das zusätzliche Sammeln von Daten, auch die elektronische Übertragung von Geschäftsdaten (Bilanzen und Finanzberichten) bergen Gefahren von Missbrauch und Cyberkriminalität. Der Bundesverband Deutscher Banken betont jedoch, dass die Transfer der Daten “unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zu Datenschutz und Datensicherheit verarbeitet” werden. Die Zusammenarbeit von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und IT-Dienstleister wird denn jetzt schon als neuer “medienbruchfreier Übertragungsstandard” gefeiert.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay

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