Immobilieninvestoren entdecken die Türkei

Präferenzen ausländischer Investoren, die Tourismusorte an der Mittelmeerküste

Im Gegensatz zu den grösstenteils überhitzten Immobilienpreisen in Mitteleuropa und in England befindet sich der türkische Immobilienmarkt in einer völlig anderen Ausgangsposition. Immobilien der vom Tourismus präferierten Lagen, wie in den Städten Istanbul und Izmir sowie die Mittelmeer Tourismusorte Kusadasi, Bodrum, Marmaris, Fethiye, Kemer, Antalya, Belek, Side bis Alanya treffen zur Zeit auf grosses Interesse seitens ausländischer Investoren.

Tourismus- und Alterssitzimmobilien an der türkischen Riviera warten auf Investoren

Seit Januar 2010 (Basis 100) bis Juni 2018 (226,73) zeichnete sich der türkische Immobilienpreisindex nach dem hedonischen Bewertungsmodell durch eine beinahe lineare Preisentwicklung aus. Im Durchschnitt legte der Index monatlich im Durchschnitt um +0,58 Prozent zu. In der Beobachtungsperiode stiegen die hedonischen Preise um 9,36 Prozent (p.a.), inflationsbereinigt lagen sie in den vergangenen 12 Monaten jedoch um -5,23 Prozent tiefer.

Die ausgewiesenen statistischen Daten zeigen die Preisentwicklung der verschiedenen Landesteile (Istanbul, Ankara sowie Izmir und die Türkei insgesamt). Von diesen weist die Region Izmir mit den Tourismus Spots das zweithöchste Preisniveau auf, vor Ankara und dem Landesindex, jedoch nach Istanbul. So lag der hedonische Preisindex der Region Izmir im Juni bei 263,67, bei einer jährlichen, nicht inflationsbereinigte Preissteigerung von +15,02 Prozent, bzw. 19,39 Prozent auf der Basis des konventionellen New Housing Price Indexes.

Nach dem Immobilien-Preisdruck in 2016 und 2017 regt sich das Interesse ausländischer Interessenten

Ab 2016 stand die Wirtschaft unter der politischen Entwicklung der Nachbarländer und innenpolitischer Strömungen, was sich direkt auf den Tourismus und die Immobilienpreise auswirkte. Der Kursrückgang der türkischen Lira (TYR) und das schwächere Wirtschaftswachstum führte zu einem  Rückgang des Immobilienpreisindexes von 8,4 Prozent. Im Folgejahr (2017) stieg der Nationale Immobilienpreisindex +1,65 Prozent, in Izmir jedoch um +19,54 Prozent (yoy), inflationsbereinigt um +8,88 Prozent.

Seit dem neuesten Wechselkurseinbruch der TYR der vergangenen Wochen interessieren sich ausländische Investoren vermehrt wieder für türkische Immobilien. Ausländischen Investoren können Direktinvestitionen in türkische Immobilien im Sinne der Reziprozität tätigen und im Grundbuch eintragen lassen. Bürgern aus Ländern, welche türkischen Staatsangehörigen Grundbesitz und deren Eintrag in ihren Ländern erlauben, geniessen Gegenrecht in der Türkei.

Aktuelle Vorteile

  • Günstige Preise präferierter Objekte
  • Überdurchschnittliche Immobilienrenditen (bei Vermietung)
  • Tiefe Transaktionskosten bei Erwerb

Aktuelle Nachteile

  • Grosser Mieterschutz
  • Hohe Einkommenssteuer (bei Vermietung der Immobilien)
  • Währungsrisiko der Anlagen

Divergierende Interessen zwischen Käufern und Verkäufern

Untersucht man die Angebote der Immobilienbroker, fällt auf, dass faktisch keine Angebote in türkischer Lira am Markt auftauchen. Die Preise der Objekte lauten meist in TYR und EUR. Die Umrechnung der Preise in Lokalwährung wird täglich in Hartwährungen umgerechnet. Eine Zahlung in EUR zu den angepassten Preisen ist in den meisten Fällen nicht im Sinne potenzieller Käufer. Immobilienexperten betonen, zuerst ruhigere Fahrwasser von Wirtschaft und Währung abzuwarten und dann zu entscheiden. In einem sind sie sich einig: sollte es zur Erholung am türkischen Immobilienmarkt kommen, dürften Lagen an der türkischen Riviera die grössten Chancen bieten.

Text: Radovan Milanovic
Datenquelle: Türkisches Schatzamt (tcmb.gov.tr)

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