IFO-Geschäftsklimaindex beeinflusst die Investitionsstrategie

Rückgang des Q3 2018 BIP und des Geschäftsklimaindexes bereiten Sorge

Was Industrie und Gewerbe bereits seit Sommer und Herbst 2018 wahrnehmen, bestätigte das Statistische Bundesamt am 23. November 2018: Die deutsche Wirtschaftsleistung (BIP) reduzierte sich im 3. Quartal im Vergleich zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt) um -0,2 Prozent. Grossen Einfluss auf den Rückgang hatte die Drosselung der deutschen Autoproduktion um 31 Prozent im August 2018 auf Monatsbasis aufgrund der Umstellung des neuen internationalen WLTP-Standard zur Abgasmessung.

Falls auch das BIP auch im 4. Quartal 2018 tiefer lag, befindet sich Deutschland in einer Rezession. In diese Richtung weist auch der IFO-Geschäftsklimaindex, welcher im Januar auf 99,1 (Dezember 101,0) Punkte, dem niedrigsten Wert seit Februar 2016 gefallen ist. Was aufhorchen lässt, ist die Tatsache, dass sich die Geschäftserwartungen in deutschen Chefetagen massiv verschlimmert haben. Mit Ausnahme der chemischen Industrie ging es in allen Branchen zurück. Ein klarer Indikator für diese Entwicklung ist der Rückgang der Kapazitätsauslastung um 0,7 Prozentpunkte auf 86,3 Prozent (langjähriger Durchschnitt 83,7 Prozent). Die Aussichten der wichtigen BIP-Komponenten, Handel und Dienstleistungen haben sich „deutlich getrübt“, bzw. „nachgegeben.“

Rückgang des IFO Geschäftsklimaindex bereitet Sorge

Rekordvolle Auftragsbücher der deutschen Bauwirtschaft in 2018 stehen im Kontrast zum IFO-Sentiment

Auch das Geschäftsklima des Bauhauptgewerbes verschlechterte sich gemäss IFO-Geschäftsklimaindex „massiv.“ Diese Erwartungen stehen im Gegensatz zum starken Auftragsvolumen der deutschen Bauwirtschaft von Januar bis November 2018 von +10,0 Prozent auf EUR 72,3 Mrd., welches höher als das Gesamtvolumen von 2017 lag. Gründe für diesen hohen Wert lagen am hohen Bedarf neuer Wohnungen und den tiefen Zinsen. Diese verzeichnen weiterhin Tiefstwerte. Die günstigsten werden aktuell bei 0,65 Prozent (5 Jahre Laufzeit), bzw. bei 1,07 Prozent (10 Jahre) sowie bei 1,67 Prozent (20 Jahre) angeboten. Sollte das BIP-Wachstum weiter zurückgehen, dürften sich mögliche Zinserhöhungen im September 2019 durch die EZB erübrigen.

Im Falle eines Falles – Defensive Sektoren tragen kleinere Risiken

In der Boom-Phase der vergangenen 10 Jahre wiesen Aktien der Branchen Energie, Gesundheitswesen, Basis Konsumgüter, Telekom und Versorger aufgrund ihrer gleichlaufenden Gewinnentwicklung nur in Ausnahmefällen Kurssprünge auf. Die Elastizität der Nachfrage nach Dienstleistungen / Produkten von Unternehmen in diesen Sektoren ist sehr gering. Denn diese Gesellschaften erwirtschaften auch in konjunkturell schwierigen Zeiten relativ stabile Umsätze und Gewinne. Sie zeichnen sich zudem mehrheitlich durch eine hohe Ausschüttungsquote der Gewinne und somit durch eine überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite aus.

Zu den defensiven DAX-Werten gehören unter anderem Baiersdorf, Deutsche Post, EON, Fresenius, Fresenius Medial Care, Henkel, Merck, RWE und Vonovia.

Text und Bild: Radovan Milanovic

Hinterlassen Sie einen Kommentar:

Das könnte Sie auch interessieren: