Ifa Systems – Kurssturz von 28 Prozent

Aktien von Ifa Systems wiesen den grössten Tagesverlust am deutschen Wertpapiermarkt auf

Ohne auf die Geschäfte des Unternehmens einzugehen, interessiert nur, wie sensibel Kurse eines Unternehmens – speziell bei unsicheren Märkten – auf unklare Informationen reagieren. Oder wie im konkreten Falle auf die Ankündigung schlechter, erwarteter Ergebnisse für das vergangene Geschäftsjahr, im Zusammenhang mit einer verspäteten Veröffentlichung des Geschäftsberichtes und einer geplanten Rochade im Vorstand die Anleger reagieren.

Die Ad-hoc Meldung des Unternehmens am 28. Juli 2017, liess aufhorchen: Die noch IFRS ungeprüften Zahlen des Konzern für das Geschäftsjahr 2016 sollen EUR 8,9 Mio. (2015: EUR 8,3 Mio.) und das voraussichtliche EBIT enttäuschende  EUR -2,2 Mio. (EUR + 2,7 Mio. sowie das Finanzergebnis EUR -2,1 Mio. (EUR -32.000) ausweisen. Massgebend am erwarteten schlechten Ergebnis sollen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsaufwendungen von rund EUR 3,3 Mio., Abschreibungen auf Teile des Finanzvermögens von ca. EUR 2,1 Mio. sowie Rückstellungen und Kosten für Umstrukturierungen von ca. EUR 0,9 Mio. sein. Aber auch für das erste Semester dürfte unter den Erwartungen ausfallen. Es wird mit tieferen Erfolgszahlen im Vergleich zur Vorjahresperiode gerechnet: Umsatz ca EUR 4,4 Mio (EUR 5,4 Mio.), EBIT EUR -1,5 Mio., (EUR +0,8 Mio.).

ifa systems Aktie – Kursverlauf der vergangenen 3 Monate

ifa systems Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

Schulbeispiel einer intransparenten Gesellschfaft

Begrenzt ein Unternehmen seine Informationspflicht auf seine Informationspflicht als kotierte Gesellschaft, betrachten Aktionäre und potenzielle Investoren den zögernden Informationsfluss als zusätzliches Risiko. Die Folge: Altaktionäre tendieren die Papiere zu verkaufen. Kommen die Kurse ins Rutschen, ist es schwer, diesen Trend aufzuhalten. Die Folge sind Übertreibungen bis zur Kursfindung des Marktes. Dies dürfte andere Investoren dazu bewegen, bei tieferen Preisen und tieferen Bilanz- und Bewertungskennzahlen zu investieren. Zu Kursen also, welche eine Risikoprämie einschliessen. Im Falle von Ifa Systems dürften die Baissiers erheblich über das Ziel herausgeschossen sein. Das Papier dürfte in den nächsten Tagen zumindest eine technische Korrektur zeigen.

Nur 49,9 Prozent der Aktien sind in Streubesitz

Mehrheitsaktionär mit 50,1 Prozent der Gesellschaft ist Topcon Europe B.V, eine Tochter der japanischen Topcon (7732). Topcon ist ein Weltmarktführer im Bereich der Herstellung geodätischer Messinstrumente. Aufgrund der aktuell tiefen Marktkapitalisierung von nur EUR 21,12 Mio. ist es nicht ausgeschlossen, dass die Japaner den Minderheitsaktionären ein Angebot unterbreiten.

Text: Radovan Milanovic

Das könnte Sie auch interessieren: