Hennes & Mauritz kopiert Alibabas Erfolgsstrategie

Im Dezember 2017: Hennes & Mauritz (H&M) sieht seine Wachstumschancen im chinesischen Online-Handel

H&M gibt sich einen neuen Anstrich und will als Online-Geschäft durchstarten. H&M, das neue Zalando? Die Schritte der Schweden bestätigen den Trend des Ladensterbens von Modeketten unterer und mittlerer Preissegmente in teuren Innenstädten und Shopping Centers.

Bereits im Dezember kündigte der CEO von (H&M), Karl-Johan Persson, die Schliessung mehrerer Filialen und die Reorganisation der Geschäftsaktivitäten ihrer Ladengeschäfte an, denn im vergangenen Quartal lag der Konzernumsatzmsatz 4 Prozent unter den Soll. Das Management will das stationäre Geschäft neu positionieren, denn es sieht in ihm alleine keine Zukunft mehr. Der Modekonzern will sich auf den Online-Handel konzentrieren und nur noch strategischen Läden eine Chance zugestehen. In einem ersten Schritt will der Modekonzern die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Onlinehändler Alibaba ausbauen. Bereits im Frühjahr 2018 sollen H&M Produkte in Tmall, dem B2C (Detailhandel)-Online Shop, der Alibaba gehört, angeboten werden. Neben dem riesigen Online-Shop wäre das Ladengeschäft der zweite H&M-Verkaufskanal in China. Die Schweden planen in Tmall ebenfalls Produkte der Tochter “H&M Home” anzubieten. Die Street Wear Marke “Monki” bieten sie bereits seit 2016 bei Tmall an.

H&M’s neue Strategie soll den Turnaround bringen

H&M eröffnete bereits vor zehn Jahren sein erstes Ladengeschäft in Shanghai. In der Zwischenzeit besitzen die Schweden mehr als 500 Ladengeschäfte im Reich der Mitte. Das schwedische Modehaus erwirtschaftete in 2017 in China bereits einen Umsatz von EUR 1,1 Mrd. Die Pläne von H&M gleichen sich dem Muster von Alibaba: Mit Hilfe des Online-Geschäftes soll der Umsatz der Ladengeschäfte angekurbelt werden. Denn mit der Präsenz der Geschäfte sollen den Online-Kunden Einkaufserlebnisse vermittelt werden.

H&M’s Erfolgsrezept sieht vor, in jedem Markt mit eigenem Ladengeschäft seinen e-Commerce Handel anzuschieben. Mit dieser Strategie erhoffen sich die Schweden für die kommenden Jahre eine jährliche Online-Umsatzzunahme von mindestens 25 Prozent.

Im Februar 2018: H&M bestätigt ihre Online-Strategie

  • Im Geschäftsjahr 2017/18 betrugen die Online-Umsätze bereits 12,5 Prozent des Gruppenumsatzes sowie 22 Prozent des -gewinns. Der Konzern betont nochmals sein Wachstumsziel von mindestens 25 Prozent pro Jahr
  • Die neuen Geschäftssparten und Kollektionen COS, Weekday, Cheap Monday, Monki, H&M Home, & Other Stories sowie ARKET weisen bereits ein starkes Wachstum auf, bei einem Anteil von 7 Prozent des Gesamtumsatzes von EUR 1,7 Mrd.
  • Die Investitionen in den e-Commerce betrugen im vergangenen Geschäftsjahr 45 Prozent der Gesamtinvestitionen
  • Bis 2022 soll das Online-Geschäft bereits auf EUR 5,0 Mrd. anwachsen, bei einem erwarteten Gesamtumsatz von EUR 7,5 Mrd.

Text: Radovan Milanovic

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