Handelsprogramme schlugen zu – Goldene Zeiten für US-Steel?

Handelsprogramme übernehmen die Märkte

Die kaum erklärbaren Kursausschläge an den Wertpapiermärkten können nicht mehr rational erklärt werden. Aufgebauschte Einzelmeldungen, sind keine solide Basis für nachhaltiges Investitionen sondern untrügliche Zeichen, dass die „Maschinen“, bzw. Softwareprogramme in steigendem Masse die Kontrolle über die Märkte übernommen haben. Eine der bekanntesten Handels-Software-Programme, MetaTrader (Hersteller und Vertrieb: MetaQuotes Software Corp.), wurde bereits 2005 ursprünglich für den Devisenhandel entwickelt, veröffentlicht und an Devisenmakler lizenziert. „MetaTrader 4“ wurde und wird in seinen Anwendungsmöglichkeiten permanent erweitert, ergänzt und deckt die Handelsmöglichkeiten Devisen, CFDs (Contracts of Differences, Differenzkontrakte), also Kontrakte zur Ausnützung von Kursdifferenzen (Arbitrage), Indices, Rohstoffe, bestimmte Aktien sowie Kryptowährungen ab, um sie manuell oder automatisiert zu handeln. 2010 wurde die Plattform „MetaTrader5“ freigegeben. Sie weist neben den Funktionen und Handelsmöglichkeiten von „MetaTrader4“ auch Derivate sowie Futures ab und soll wesentlich schneller, funktioneller, verlässlicher und anwenderfreundlicher als frühere und existierende Plattformen sein. MetaQuotes zufolge sollen bereits Millionen von Händlern MetaTrader5 weltweit benützen. Kaum vorstellbar, welche Volumen diese Programme bewegen.

Handelsprogramme sind ohne Zweifel die Hauptgründe für grosse Kursschwankungen und Börsenschocks. Mittel- und langfristig kursrelevant sind jedoch nur die Zukunftsaussichten und die Rentabilität der Investitionen bzw. bei Aktien die Qualität der Fundamentaldaten der investierten Unternehmen.

Handelsprogramme beeinflussen die Börsen in steigendem Masse

US Steel Company vor neuer Blüte?

An der Pressekonferenz vom 04. Januar 2019 hielt Präsident Trump – auf Anraten der Grenzschützer der US-Mexikanischen Grenze – fest, dass es keine Option zum sichtdurchlässigen, massiven Stahlzaun geben werde. Er bezog sich auch auf die vorhandene US-Infrastruktur zum Bau des Zauns („USA first“) und erwähnte explizit den Stahlkocher US Steel. Aufgrund des starken US-Wirtschaftswachstums ist die Kapazitäts-Auslastung der heimischen Stahlindustrie in der letzten Dezember-Woche bereits auf 81,0 Prozent (Produktion 1.899.000 Netto-Tonnen) gestiegen (Vorjahresperiode: 71,9 Prozent, Produktion 1.676.000 Netto-Tonnen). Alleine im Wochenvergleich nahm diese um 1,6 Prozent (79,8 Prozent) zu und mit ihr die Profitabilität der Industrie.

12-monats Kursverlauf der US Steel Aktie in USD

US Steel Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

Die Aktie US Steel (X), verlor in den vergangen 12 Monaten 46,3 Prozent, gewann dieses Jahr aber bereits 11,5 Prozent (Freitagsschlusskurs USD 20,34). In 2017 und besonders 2018 haben sich die meisten Profitabilitäts-, Liquiditäts- und Effizienzkennzahlen der Gesellschaft erheblich verbessert. Das aktuelle KGV (2018e) liegt bei 9,3. Die Aktie ist auch an deutschen Börsen gehandelt.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay.com, Creator: markusspiske

Hinterlassen Sie einen Kommentar:

Das könnte Sie auch interessieren: