Gründe des Ölpreiseinbruchs, Ölpreis auch mittelfristig unter Druck

Ölpreis im freien Fall

Der aktuelle Barrel Preis von USD 45,77 der Sorte WTI an der NYMEX entspricht dem Preisniveau von Juni 2017. Seit dem Jahreshoch am 01.10.2018 von USD 75,52 sackte der Kurs um 39,40 Prozent ab.

WTI Rohöl NYMEX Rolling Rohstoff

WTI Rohöl NYMEX Rolling Rohstoff Chart

OPEC kämpft mit allen Mitteln gegen den Preiszerfall

Noch bevor die OPEC ihren Beschluss vom 07. Dezember 2018 zur Drosselung der Ölproduktion für die kommenden sechs Monate um täglich 1,2 Mio. Fass in Kraft setzen konnte, wollen die grössten Förderer wie der Irak, Kuwait, die Arabischen Emirate und natürlich Saudi Arabien diese Periode nicht nur um weitere sechs Monate verlängern sondern auch die Tages-Produktion noch weiter herunter fahren. Denn die Produzenten gehen davon aus, dass das schwächere Wirtschaftswachstum sogar der täglich um 1,2 Mio. Barrel tiefere Ausstoss zu einem Anwachsen der Lagerhaltung führen wird.

Ölpreis auch mittelfristig unter Druck. Bild von finanzmag.com

Ölpreise dürften mittelfristig weiter unter Druck bleiben

Wichtige Faktoren, welche in den nächsten Monaten preisbestimmend sein werden:

• Die Geschichte lehrt, dass sich oft nicht alle Mitglieder der OPEC an beschlossene Produktionskürzungen halten

• Die vereinbarten Förderkürzungen durch Russland von 1,2 Mio. Barrel ab Januar 2019 dürften denn auch kaum in Kraft treten

• Die Zinserhöhungen in den USA, die kaum einschätzbaren ökonomischen Auswirkungen des Brexits auf den EU-Wirtschaftsraum, drohende Handelssanktionen durch die Amerikaner an die Adresse ihrer wichtigsten Handelspartner,… veranlassten die OECD ihre globalen Wachstumsprognosen für 2019 auf der Basis des BIP (GDP) von +3,7 auf +3,5 Prozent zu revidieren. Das US-BIP soll demnach in 2019 um +2,7 (2018: +2,9) Prozent und das BIP von China in 2019 +6,3 (2018: +6,6) Prozent wachsen. Wächst die Wirtschaft schwächer, benötigt sie weniger Energie

• Kursbeeinflussungen wie im Frühjahr 2018 durch Saudi Arabien, um ein optimale Ausgangslage für die geplante Teilprivatisierung von Aramaco zu schaffen, können Märkte, insbesondere wenn es sich um Commodity Produkte handelt nur kurzfristig in die gewünschte Richtung lenken. In der Folge ergeben sich starke Kursausschläge in die Gegenrichtung (tiefe Preise)

• Der Ölausstoss der USA steigt kontinuierlich. Unter der Regierung Trump haben sich die Vereinigten Staaten vom Ölimporteur zum –exporteur entwickelt. Die letzten verfügbaren Daten (14. Dezember 2018) weisen auf einen Tagesausstoss von 11,6 Mio. Barrel Öl hin. Die finanziellen Anreize aus Washington dürften für weiter steigende Produktion führen

Rekordhoher Erdölausstoss in den USA
Quelle: US Department of Energy (eia.gov)

Text und Bild: Radovan Milanovic

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