Grosses Interview mit Benjamin Bilski von Naga über die Zukunft von Krypto-Währungen

Finanzmag.com bot sich die Gelegenheit mit Benjamin Bilski, Vorstand der Naga Group AG über digitale Währungen und

deren Zukunft zu sprechen. Herr Bilski ist Gründer des Fintech-Unternehmens Naga, welche mit Hilfe von Blockchain-Technologien Finanz-, Gaming- und Märkte für Kryptowährungen verknüpft. Die Aktien der Naga Group AG werden an der Börse Stuttgart gehandelt. Herr Bilski sagt für Krypto-Währungen eine grosse Zukunft voraus (….„Kryptowährungen werden zwischen einzelnen Einsatzgebieten beliebig umtauschbar sein…“).

finanzmag.con freut sich, Ihnen einige Fragen zu digitalen Währungen stellen zu können:

  1. Nachdem der Kryptowährungsmarkt einen Wertverlust von 532 Milliarden Dollar verzeichnet hat, wo liegt die Zukunft der digitalen Währungen?

Bitcoin und Ethereum sind mit einem Eisbrecher zu vergleichen, der den Weg frei macht und das bisher Unbekannte aufbricht. Die Folge war ein enormer Goldrausch. Viele haben sich daraufhin auf die Reise begeben und ihren Passagieren das Paradies versprochen, ohne dass sie jemals ein Schiff gesteuert haben. Die 532 Milliarden Dollar, die nun versenkt wurden, sind eine Folge dieses Abenteuertums. Dadurch wurde Vertrauen beschädigt – und fehlendes Vertrauen ist Gift für jede Währung.

Was allerdings viele in der derzeitgen Hysterie vergessen ist, dass Kryptowährungen in den vergangenen Jahren einen großartigen Wertzuwachs erfahren haben! In der Wirtschaft wird bereits erkannt, dass Kryptowährungen und vor allem der damit verbundenen Blockchain-Technologie die Zukunft gehört. In Asien erfreuen sich Digitalwährungen als Zahlungsmittel und Geldanlage zunehmender Beliebtheit. Bei mir schlagen keine Alarmglocken. Auch die Einführung des Papiergeldes verlief einst mühsam und wurde mit Skepsis betrachtet. Das Ergebnis der Geschichte kennen wir.

  1. Entwickelt sich gerade ein Trend bei den Kryptowährungen?

Ich denke die Jahre 2018 und 2019 werden wichtige für Kryptowährungen werden. Ich erwarte, dass wir in naher Zukunft eine deutliche Konsolidierung sehen werden: Zahlreiche Kryptowährungen werden von der Bildfläche verschwinden, nur die guten und rentablen werden sich langfristig durchsetzen. Aber selbst wenn viele verschwinden wird das gesamte Marktvolumen wieder steigen und der Markt wird sich stabilisieren – auch weil Kryptowährungen immer mehr zum Mainstream werden. Bestes Beispiel ist Goldman Sachs, das vor Kurzem in das Trading-Geschäft mit Bitcoin eingestiegen ist.

 

  1. Warum sehen Sie Kryptowährungen als Währung der Zukunft?

Kryptowährungen haben eine Reihe unschlagbarer Merkmale, die das derzeitge Geldsystem nicht bietet: Es gibt unabhängige Entwickler, Prozesse, die über die Blockchain verlaufen sind sehr transparent und alle Transaktionen werden gespeichert. Da über Kryptowährungen grenzüberschreitende Zahlungen kostengünstiger und schneller auf Peer-To-Peer Basis erfolgen, spiegeln sie wie keine andere Währung den Charakter unserer globalisierten und digitalen Welt wider. Vor allem aber werden sich Kryptowährungen langfristig als Hauptzahlungsmittel durchsetzen, weil das System, durch das sie verlaufen dezentral organisiert ist und somit über eine hohe Fälschungssicherheit verfügt. Das macht Kryptowährungen besonders attraktiv.

Des Weiteren lassen sich mit Blockchain großartige digitale Steuerungsmechanismen etablieren, die alte Abläufe im Wirtschafts- und Politikbereich obsolet machen werden. Die Technologie erlaubt, dass sich Kryptowährungen für bestimmte Einsatzgebiete entwickeln lassen. Und so werden Kryptowährungen zwischen einzelnen Einsatzgebieten beliebig umtauschbar sein – je nach Bedarf. In dieser Flexibilität sehe ich ein höchst attraktives Zukunftsmodell.

 

  1. Welche Hausaufgaben müssen Krypto-Unternehmen erledigen, damit sich Kryptowährungen zu einer Leitwährung etwickeln können?

Bei aller Pionierarbeit, stecken die Kryptowährungen noch in den Kinderschuhen. Es ist wie das Internet am Anfang der 90er-Jahre ohne den Browser. Die Userexperience ist bei den meisten Anwendungen nach wie vor schlecht. Hinzukommt die fehlende Regulierung. Letzteres ist ein dickes Brett, das zu bohren ist. Denn durch den Mangel an Regeln – die obendrein noch jemand durchsetzen und sanktionieren muss – haben wir aktuell Wild-West-Verhältnisse. Viele benehmen sich seriös, doch beileibe nicht alle – und Uneingeweihte haben es schwer, die schwarzen Schafe zu identifizieren.

Angestoßen werden kann dies wiederum nur durch die Community, also die Entwickler und Unternehmen, die auf diesem Gebiet tätig sind. Sie müssen sich offen zeigen für Regulierungen. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass die NAGA Group für eine internationale Regulierung eintritt. Zugleich ist eine Regulierung immer ein Balanceakt zwischen zu viel und zu wenig. Aber nichtsdestotrotz plädiere ich von unternehmerischer Seite her für eine breite Diskussion in dieser Sache. Wie bei anderen Finanzprodukten müssen Kryptowährungen an Transparenz gewinnen, Unternehmen müssen regelmäßige und verpflichtende Reportings liefern und sich Wirtschaftsprüfungen unterziehen. Den Käufern muss klar werden, wer hinter den Kryptowährungen steht. Das ist nicht immer der Fall, wie man meinen sollte.

 

  1. Derzeit sind etwa 1600 Kryptowährungen auf dem Markt, einschließlich des NAGA-Coins (www.naga.com), den Sie entwickelt haben. Was braucht es, damit eine Kryptowährung überleben kann?

Die Anbieter müssen das Vertrauen der Kunden genießen. Die Dienstleistung muss eingängig, leicht zugänglich und verständlich sein. Sie muss den Kunden einen Mehrwert über das reine Bezahlen hinaus bieten. Im Falle der NAGA Group wollten wir mit unserem Utility Token den Kunden/Tokenbesitzern einen konkreten Nutzen stiften. Sie können aus ihm handfeste Vorteile ziehen, also einen Bonus oder Gebühreneinsparungen. Er ist das Herzstück unseres Ökosystems und der Vorteil besteht darin, dass der NAGA Coin in unserem Ökosystem als Zahlungsmittel akzeptiert ist. Das heißt, Nutzer können z.B. Aktien, CFDs oder verschiedene amtliche Währungen sowie Kryptowährungen in diesem Coin handeln und tauschen. Damit muss niemand mehr auf eine Akzeptanz warten, denn diese besteht bereits.

Darüber hinaus sind für das Überleben einer Kryptowährung die technologischen Aspekte, sprich die Blockchain, von entscheidender Bedeutung. Insbesondere werden Schnelligkeit und Effektivität einer Blockchain den Ausschlag über den Erfolg einer Kryptowährung geben. Ripple ist beispielsweise erfolgreich, weil es neulich 80 Mio. Euro binnen einer Sekunde für 14 Cent Gebühr überwiesen hat.

 

  1. In welchen Bereichen sehen Sie besonderes Potential für Blockchain und Kryptowährungen außerhalb des Finanzmarkts?

Neben den genannten positiven Effekten für alle möglichen Wirtschafts- Politikbereiche sehen wir ein enormes Potential für Blockchain und Kryptowährungen im Bereich der Spieleindustrie. Der globale Spielemarkt besitzt ein ungeheures Potential und der Handel mit virtuellen Gütern, sogenannten in-game items, wächst stetig. Allerdings hat das enorme Marktvolumen auch viele Betrüger auf den Plan gerufen mit der Folge, dass sich im Bereich der virtullen Güter ein enormer Schwarzmarkt ohne Regeln etabliert hat. Die Blockchain bietet eine große Chance, ein regelbasiertes und sicheres Umfeld sowohl für Spieler und Hersteller zu schaffen. Wir haben mit NAGA Virtual dafür den weltweit ersten legalen und Blockchain-basierten Markt für virtuelle Güter entwickelt.


Herr Bilski, finanzmag.com dankt Ihnen vielmals für dieses interessante Interview und wünscht Ihnen und Naga weiterhin viel Erfolg.


Zur Person

Benjamin Bilski ist ehemaliger Profischwimmer und war Angehöriger der Nationalmannschaft im Schwimmen. Er ist Gründer und Vorstand des börsengelisteten FinTechs The NAGA Group AG. Unter seiner hat die Firma den NAGA Coin entwickelt, eine Kryptowährung die Finanzmärkte und Märkte für virtuelle Güter verknüpft. Für diesen Ansatz wurde er 2018 auf die Forbes list „30 under 30 Europe: Technology“ gesetzt.

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