Grosse Gold Nachfrage durch ETFs und Zentralbanken

Der neueste Bericht über den Goldmarkt am 16. April 2019 durch S&P Global Market Intelligence geht davon aus, dass die Gold Produktion im Vergleich zum vergangenen Jahr um 2,3 Mio. Unzen auf 109,6 Mio. Unzen ansteigen wird. Dies dürfte die Gold Nachfrage um rund 90 Prozent abdecken. Die erwartete Steigerung der Produktion führte dazu, dass sich der Goldpreis in den vergangen drei Wochen nur noch seitwärts tendierte (Peis pro Unze am 03. Mai 2019 USD 1.276,65). Ab 2022 soll jedoch die globale Förderung ab 2022 wegen fortschreitender Ausbeutung der Minen zurückgehen. Ab 2024 soll deshalb über 15 Prozent der Produktion dem Bericht zufolge durch neue, noch nicht entwickelte Förderstätten kommen. Eine grosse Rolle zur Befriedigung der Nachfrage werden in Zukunft russische Minen spielen.

World Gold Council bestätigt steigende Gold Nachfrage

Eindrücklich ist die steigende Gold Nachfrage der Zentralbanken. Diese erwarben in Q1 145,5 t Gold, das sind 68 % mehr als im gleichen Zeitraum 2018 mit dem besten Jahresauftakt seit 2013. Risikostreuung und der Wunsch nach einer sicheren, liquiden Anlage waren wieder einmal die treibende Kraft hinter diesem Kaufverhalten. Auf rollierender 4-Quartalsbasis haben die Goldkäufe für unsere Serie mit 715,7 t ein Allzeithoch erreicht.

In Q1 stieg die Nachfrage des Schmucksektors gegenüber dem gleichen Berichtszeitraum des Vorjahres um 1 % auf 530,3 t, wobei Indien der nachfragestärkste Markt war. Sinkende Rupien-Goldpreise Ende Februar und Anfang März auf dem lokalen Markt trafen auf die traditionelle Hochzeitssaison mit starken Goldkäufen, was die Nachfrage in Indien auf 125,4 t trieb, ein Zuwachs um 5 % gegenüber dem gleichen Berichtszeitraum des Vorjahres und das beste Q1-Quartalsergebnis seit 2015.

ETF und vergleichbare Produkte trugen in Q1 40,3 t bei, 49 % mehr als im Vorjahr. In den USA und Europa notierte Fonds profitierten vom größten Zufluss, wobei das US-Geschäft größeren Schwankungen unterlag und das Europageschäft mit fortgesetzter geopolitischer Instabilität zu kämpfen hatte.

Mit 257,8 t waren Investitionen in Barren und Münzen leicht rückläufig (1 %). Einziger Grund hierfür war eine sinkende Nachfrage nach Goldbarren; die offizielle Nachfrage nach Münzgold stieg um 12 % auf 56,1 t. China und Japan waren die Hauptverursacher des Rückgangs: In Japan gab es nach einem starken Anstieg des lokalen Preises im Februar eine negative Investitionsbilanz zu den Gewinnmitnahmen.

Gold zur Verarbeitung in Produkten wie Elektronik-, Wireless- und LED-Beleuchtungssystemen fiel um 3 % auf 79,3 t. Handelskonflikte, schleppende Verkäufe von Unterhaltungselektronik und eine schwächelnde Weltkonjunktur wirkten sich negativ auf den Technologiesektor aus.

Eckdaten des Berichts – Gold Demand Trends in Q1 2019

– Die Gesamtnachfrage belief sich auf 1.053,3 t, eine Steigerung von
7 % im Vergleich zu Q1 2018 (984,2 t).
– Die gesamte Verbrauchernachfrage war mit 788,1 t gegenüber 788,6 t
im gleichen Berichtszeitraum des Vorjahres praktisch unverändert
– Die gesamte Investitionsnachfrage stieg um 3 % auf 298,1 t
gegenüber 288,4 t in Q1 2018
– Die weltweite Nachfrage des Schmucksektors stieg um 1 % auf 530,3 t
gegenüber 527,3 t im gleichen Berichtszeitraum 2018
– Die Nachfrage der Zentralbanken stieg um 68 % auf 145,5 t gegenüber
86,7 t in Q1 2018
– Die Nachfrage des Technologiesektors sank um 3 % auf 79,3 t
gegenüber 81,8 t in Q1 2018
– Das Gesamtangebot war mit 1.150 t gegenüber 1.153,1 t im gleichen
Berichtszeitraum des Vorjahres nahezu unverändert
– Das Recyclingsegment stieg um 5 % auf 287,6 t gegenüber 274,6 t in Q1 2018

Der gesamte Bericht Gold Demand Trends Q1 2019 (http://www.gold.org/research/gold-demand-trends) zeigt weitere interessante Entwicklungen und Prognosen des Gold Marktes.

(ots)

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