Grossbrände in Kalifornien und Wetterkapriolen in Europa, steigende Weinpreise in Sicht

Feuerkatastrophe in den Prime-Weinanbaugebieten der USA – ein Desaster

In den den edlen Weinanbaugebieten von Mendocino County, Sonoma und Napa Valley werden die qualitativ besten und teuersten Weinsorten der USA produziert und gelagert. Immer deutlicher zeigt sich das wahre Ausmass der Schäden und deren Auswirkungen auf die Weinindustrie. Glücklicherweise sind weniger Weinbaubetriebe als befürchtet dem Feuer zum Opfer gefallen. Neben betroffenen Reben sollen zusätzliche durch die Hitze Schaden erlitten haben. Sie sind immer noch Rauch und Russpartikeln ausgesetzt. Dies wird den Geschmack künftiger Trauben beeinflussen. Zudem werden Spätfolgen des Feuers befürchtet, wie ins Erdreich sickernde Feuerrückstände und Löschwasser.

Preiserhöhungen bei High-end Weinen – Weintourismus kommt zum Erliegen

Neben der Zerstörung von Weingütern und -lagern wird die rauchige und mit Asche durchsetzte Luft grosse Mengen zum Reifen gelagerte Weine ungeniessbar machen. Wegen der Sperrung grosser Gebiete der drei Täler sind die Arbeiten in der Industrie fast zum Erliegen gekommen. Wie auch der Tourismus, welcher alleine in Napa Valley pro Jahr rund 3,5 Mio. Besucher (und Konsumenten) anzieht.

Die Weinpreise der Region Mendocino County, Sonoma und Napa Valley dürften um mindestens einen Drittel ansteigen. Üblicherweise kosten günstigere Prime-Weine dieser Region mindestens USD 50,00. Sie richten sich vor allem an Käufer mit höherer Kaufkraft.

Die Vereinigung kalifornischer Weinbaubetriebe betont jetzt, dass die grossen Anbaugebiete in Central Valley, wo 70 Prozent der Trauben Kaliforniens wachsen von der Katastrophe nicht betroffen seien. Doch in diesem Gebiet werden nur durchschnittliche Qualitäten geerntet.

Weinproduktion ist in Europa in 2017 eingebrochen

Italien mit schlechtester Ernte in 60 Jahren

Italien, der grösste Weinproduzent Europas litt im Frühjahr unter Spätfrost, dann unter hohen Temperaturen und lange dauernder Trockenheit, gefolgt von Hagel- und Regenunwettern. Positive Erwartungen gehen von einem Rückgang der Traubenernte von “nur”  20 bis 25 Prozent aus, so tief wie letztmals vor 60 Jahren. Im vergangenen Jahr produzierten die Winzer 51,6 Mio. Hektoliter Wein.

Frankreich, der zweitgrösste Weinproduzent rechnet mit miserabler Ernte

Die Frostschäden im Frühjahr und das folgende schlechte Wetter wird für die Winzer Frankreichs zum Desaster. Das französische Landwirtschaftsministerium geht von einem Rückgang der gesamten Weinernte um 17 Prozent auf 37 bis 38,2 Millionen Hektoliter zurück. Besonders in der Weinregion Bordeaux sind die Reben sprichwörtlich verhagelt worden. Der Winzer gehen von einem Ernterückgang von 50 Prozent aus.

Rückgang der Weinernte im Spanien im Rahmen südeuropäischer Weinproduzenten

Neben starkem Frost und langen, trockenen Hitzeperioden setzte Spaniens Weinindustrie zu. Im laufenden Jahr wird ein Rückgang der Weinproduktion um mindestens 20 Prozent auf rund 36 Mio. Hektoliter gerechnet.

Europäische Weinpreise werden steigen, Verlagerung des Konsums auf günstigere Weine

Die Europäische Kommission geht von der schlechtesten Traubenernte seit 1982 aus. Einziger Lichtblick: Europäische Weinhändler berichten davon, dass aus den geernteten Trauben dank des warmen Sommerwetters vorzügliche Weine produziert werden können. Doch werden Qualitätsweine für den Durchschnittsbürger unerschwinglich? Da die Preise europäischer Weine werden stärker steigen. Der Weinkonsum dürfte zurückgehen und sich auf billigere Weine verlagern.

Text: Radovan Milanovic

Im Partnermagazin “gastroecho.de” haben wir die Situation der drei Weinbaugebiete Kaliforniens Mendocino County, Sonoma und Napa Valley aus der Sicht des Tourismus und der Weinwirtschaft unter dem Titel “Feuerwalze zerstört grosse Teile von Kaliforniens Weinbau” beleuchtet.

Das könnte Sie auch interessieren: