Gold-Silber Ratio am obersten Ende – Händler erwarten Korrektur

Das wichtige Verhältnis zwischen dem Gold- und Silberpreis ist in den vergangenen Tagen ausgebrochen und liegt beim 10-Jahres Hoch von 88,22. Das Gold-Silber Ratio zeigt auf, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um (im Tausch) eine Unze Gold zu erwerben. Dieses Verhältnis ist eine wichtige Grösse bei der Analyse von Preis-Anomalien, sei es von Gold oder Silber. Analysten sind sich einig, dass sich das Preis-Ungleichgewicht zwischen den beiden Edelmetalle in Kürze durch die Marktkräfte ausgleichen wird.

Gold-Silber Ratio auf historischem Hoch

Gold Silber Wert

Gold/Silber Ratio wird korrigieren

Seit rund zwei Jahren wies der Silberpreis keine erratischen Kursfluktuationen auf, da die Investoren kein grosses Kurspotenzials beim weissen Edelmetall erwarteten. Silber ist ein klassisches Industriemetall, dessen gewerbliche Nachfrage in den vergangenen fünf Jahren leicht anzog und somit den Nachfragerückgang durch Anleger ausglich. Aufgrund der kommenden Wirtschaftsabschwächung sollte davon ausgegangen werden, dass der Silberpreis eher weiter nachgeben wird. Doch historisch gesehen ist der Silberpreis bei USD 14,48 (-12,9 bzw. -9,8 Prozent in 12, resp. 3 Monaten) erheblich unterbewertet. Der Handel registriert seit Monaten einen überverkauften Silbermarkt. In der Vergangenheit war der Silberpreis oft für Überraschungen gut. Alternativ könnte das Gold mangels Interesse durch private / institutionelle Investoren prozentual stärker als das Silber nachgeben.

Gold – physische Nachfrage durch einzelne Notenbanken, kaum Käufe durch Private

Am 18.02.2019 wies das Gold sein bisheriges Jahreshoch bei USD 1.336.88 auf. Trotz des Aufkommens wirtschaftlicher und politischer Krisen (Wirtschaftssanktionen, Handelsembargos…) bröckelt der Goldpreis beinahe täglich und liegt jetzt bei USD 1.273.20. Offensichtlich verliert das Gold seine Bedeutung als Safe Haven (sicherer Hafen). Besonders die Zentralbanken von Ländern mit eingeschränkten Handelsaktivitäten im Verkehr mit den USA, so die Chinesische Volksbank (PBC), als auch die Russische Notenbank, fallen durch kontinuierliche Käufe physischen Goldes auf. Die Goldnachfrage dieser Länder/Banken dient jedoch vornehmlich der Kursabsicherung des USD.

Bei seitwärts tendierenden oder leicht nachgebenden Kursen erzielen private Investoren mit dem Gold eher eine negative Anlagerendite, da der Einsatz derivativer Produkte zur Renditesteigerung eher mit Kosten verbunden ist. Aber auch Institutionelle können die geforderten Renditen nicht erzielen. Mehr und mehr Risikoaffine wenden sich deshalb den “neuen Goldminen” zu, nämlich den Krypto-Währungen. Speziell dem Zugpferd, dem Bitcoin. Denn der BTC verkörpert im Zeitalter der digitalen Revolution sogar optimalere Eigenschaften als das Edelmetall. Er dient als Wertmassstab, Wertaufbewahrungs- und Zahlungsmittel. Zudem weist der Bitcoin eine leichte Verfügbarkeit und Transfermöglichkeit auf. Der Kapitalabfluss in Form von Smart Money aus renditearmen Anlagewerten Richtung Krypto-Währungen dürfte weiter anhalten.

Text: Radovan Milanovic

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