Glencore, der unterschätzte Rohstoffgigant (Teil II)

GLEN gross im Geschäft: Ohne Nickel, Kupfer und Kobalt läuft nichts in der eAuto Industrie

Produktion, Infrastruktur und Betrieb von eAutos hängen von

Copyright: glencore.com, Kupfer Kathoden Mutanda Mining, DRC

drei strategischen Metallen ab, nämlich von Nickel (Ni), Kupfer
(CU) und Kobalt (Co). Die Erdkruste besteht zu 0.009 Prozent aus Ni (Preissteigerung seit Anfang 2016: + 36 Prozent), zu 0,0068 Prozent aus Cu ( +79 Prozent) und nur zu 0,003 Prozent aus Co ( +228 Prozent). Seit der Ausweitung der Forschung, der Produktion und der allmählichen Verbreitung von eFahrzeugen, also seit Jahresbeginn 2016, haben sich die Preise der Metalle nach dem Grad ihrer Seltenheit entwickelt. In der eAuto Industrie zeichnet sich ein ähnliches Bild wie in der Nahrungsindustrie ab: Es geht um die strategische Kontrolle des Bsisprodukts. Statt um die Vorherrschaft des Wassers (Lebensmittelindustrie) geht es hier um die Kontrolle von Kobalt. Und hier ist Glencore der Spitzenreiter. Glencore (GLEN) ist direkt über Minen oder indirekt via Joint Ventures der weltweit grösste Kobaltproduzent.


Hoher Bedarf der drei strategischen Metalle an der Wertschöpfungskette der eMobilität Branche

Im Jahresbericht 2017 weist GLEN auf die Unverzichtbarkeit der eFahrzeug Industrie an den drei strategischen Metallen hin. Der Bedarf betrifft die ganze Wertschöpfungskette der eMobilität. Nämlich die Stromproduktion (eWerke, Sonnenkollektoren, Windräder…), die Speicherung der Energie, die Stromtankstellen und nicht zuletzt den Materialbedarf bei der Herstellung von Fahrzeugen ohne Verbrennungsmotor. Glencore geht für die vier Teilgebiete der Wertschöpfungskette von folgenden Nachfrage Prognosen in jeweils tausend Tonnen aus:

  • eProduktion: Kupfer in 2020 40 – 2025: 170 und 2030: 536 Tonnen
  • Speicherung der Energie: 2020 Cu (24), Ni (20), Co (7) – 2025 Cu (86), Ni (71), Co (26) sowie 2030 Cu (180), Ni (150), Co (55)
  • Stromtankstellen Bedarf an Cu: 2020 (23), 2025 (115) und 2030 (392)
  • Produktion von eFahrzeugen (inkl. Batterien): 2020 Cu (304), Ni (66), Co (17) – 2025 Cu (1.068), Ni (299), Co (80) sowie 2030 Cu (2.972), Ni (985), Co (259)

GLEN erwartet, dass die Jahresnachfrage in 2030 nach Cu im Vergleich zu 2017 um 4,1 Mio. Tonnen die von Ni um 1,1 Mio. Tonnen und jene von CO um 314 Tausend Tonnen steigen wird. Die Nachfrage nach Kobalt in 2030 dürfte dabei 332 Prozent des gesamten Angebotes von 2017 betragen.

Steigende Rohstoffkosten dürften der eMobilität Industrie zusetzen

GLEN hat den Bedarf der Wertschöpfungskette dieser drei Metalle für den Betrieb eines e-Autos berechnet: Cu 84 kg, Ni 30 kg und Co 8 kg. Als weltweit grösster Produzent von Kobalt (Jahresproduktion 27.400 Tonnen in 2017) mit einem Produktionsziel von 63.000 Tonnen in 2020 dürfte das Unternehmen erheblichen Einflusss auf die künftige Preisfindung von Co haben. Mit der Investition von USD 960 Mio. an Fleurette Group zur Erhöhung der Anteile der Kobalt Minen Mutanda Mining und Katanga Mining in Kongo erhöht GLEN seine strategische Vorherrschaft weiter.

Teil II / II
Text: Radovan Milanovic

Das könnte Sie auch interessieren:

Mehr in Gesellschaften, News
Glencore, der unterschätzte Rohstoffgigant (Teil I)

Glencore mit weltweiter Präsenz und flexibel bei ändernden Rahmenbedingungen Neider nagen oft an erfolgreichen Unternehmen wie Glencore (GLEN). Diese müssen...

Schließen