Gift City, das aufstrebebene Finanzzentrum

Gift City, Katapult von Ödland zum Finanzzentrum

Mit Gujarat International Finance Tec-City (GIFT City) wird mit Hilfe

Screenshot youtube: Gift City – A truly global financial hub (CMO Gujarat)

der Regierung des indischen Bundesstaates Gujarat ein Geschäftszentrum mit Riesenschritten aus dem Boden gestampft. Insbesondere vor dem Hintergrund der Handelsspannungen zwischen den USA und China könnte Gift City (IFSC) auf “neutralem” Boden aber mit den Vorteilen von beinahe unbegrenzten Ressourcen an indischen High-Tech Spezialisten eine interessante Alternative werden. Ursprünglich gingen die Visionen der indischen Zentralregierung für Gift City Richtung Verwaltungszentrum für Bankgeschäfte asiatischer Finanzzentren wie Singapur und HongKong aber auch anderer globaler Bankmetropolen. Neben einer beinahe vollautomatisierten Infrastruktur soll diese High-Tech Stadt bereits in 2020 Zahlungssysteme, Finanzprodukte, Verwaltung von Anlagen, Globales Portfolio Management, Vermögens- und Risikomanagement anbieten können. In der Zwischenzeit stiegen die optimistischen Ambitionen der Politiker und der Stadtregierung von IFSC. Sie bewerben jetzt auch das ganze Spektrum an Bankgeschäften. Sollte die Infrastruktur stehen und seine Bewährungsproben überstanden haben, wäre die Zukunft von Gift City gesichert. Denn auch die Lohnkosten dürften nur einen Bruchteil der Bankfachleute aus Singapur ausmachen und auch weitaus tiefer als in HongKong sein.

Gift City, tiefe Gewinnsteuern und steuerfreie Transaktionen locken

Um internationale Banken und Finanzdienstleister anzulocken hat der Bundesstaat Gujarat fiskalische Anreize geschaffen um einen kostengünstigeren Standortvorteil zu Singapur und HongKong zu bieten. Die Minimum Alternate Tax (MAT) für Gesellschaften und Arbeitnehmer ist von 18,5 auf 9,0 Prozent gesenkt worden. Zusätzlich sind die Wertschriften- und Commodity-Transaktionskosten sowie die Dividenden Ausschüttungs Steuer und die Kapitalgewinn-Steuer für langfristige Investitionen ersatzlos gestrichen worden.

Die Umsätze der Börse von Gift City steigt steil nach oben

Indiens internationale Börse (INX) in IFSC nahm am 16. Januar 2017 ihren Betrieb auf und überschritt bereits den kumulativen Umsatz von USD 26 Mrd. Am 26. März 2018 betrug der Tagesumsatz an derivativen Produkten bereits USD 507 Mio. Mit grossen Anstrengungen werden die Handelsplattformen auf den neuesten Stand getrimmt um – vorerst technisch – die asiatischen Konkurrenten zu überholen. Auch andere indische Börsen boomen, da der Kapitalbedarf für den Aufbau von Gift City riesig ist. Der CEO von Gift City, Ajay Pandey, bestätigte die Immobilieninvestitionen der Finanz- und High-Tech Branche von rund USD 2,0 Mrd. zur Erstellung je einer Schule und eines Rechenzentrums und drei grosse Bürogebäuden. Erste Residenzen für die Mitarbeiter sollen im Mai erstellt sein. Gemäss Pandey werden zusätzlichen Investitionen im Betrage USD 9,0 Mrd. benötigt, um die bisher geplanten Bauvorhaben zu realisieren.

Vor allem Immobilen-, Ingenieur- und Bauunternehmen gehören zu den meistgesuchtesten Aktien an Indiens Wertpapiermärkten. Ein weiterer Indikator für die Umsatzexplosion an den Börsen Indiens ist der Anstieg des Nettogewinns von Bombays Börse von +305 Prozent in 2017, gegenüber dem Vorjahr.

Text: Radovan Milanovic

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