Folgt FAAMG nach FAANG?

FAANG-Aktien, seit 2016 Richtung Norden

Bereits im Herbst 2017 gingen die meisten Analysten davon aus, dass FAANG-Aktien, also Alphabet Inc. (Google – GOOGL), Amazon.com, Inc. (AMZN), Apple Inc. (AAPL), Facebook, Inc. (FB) und Netflix, Inc. (NFLX) ihren Zenit erreicht haben. Doch diese Papiere gehören immer noch zu den Best-Performern an den Börsen. Alleine in 2017 stiegen die Papiere +73 Prozent. Insbesondere die Netflix-Aktie zeigte einen kometenhaften Höhenflug obwohl sich die kürzliche Geschäftsentwicklung alles andere als rosig erwies. Als Vertreter der New Economy sind FAANG-Gesellschaften global tätig, arbeiten steueroptimiert und sind in den seltensten Fällen möglichen Sanktionen unterworfen. Eine der wenigen Ausnahmen ist Google, welche vergangene Woche durch Brüssel zur Zahlung von EUR 4,3 Mrd. wegen des Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung wegen dem Smartphone-System Android verurteilt worden ist. Selbst das potente GOOGL-Unternehmen kann einen solchen Betrag nicht aus der Portokasse begleichen. Auch bei einem erwarteten Gewinnwachstum von +27,0 Prozent bei einem prognostiziertem Nettoeinkommen von USD 16,1 – 17,0 Mrd.) für 2018.

Ersatz von NFLX durch MSFT macht Sinn

Morgan Stanley, der gewichtige US-Broker, setzte FAANG ein Ende und bachte FAAMG neu ins Spiel, indem er Netflix durch Microsoft im Verbund ersetzte, da das Umsatzwachstum von NFLX weit unter den Erwartungen liegen und somit die Gewinnprognosen stark gestutzt werden dürften.

NFLX – können die Wachstumserwartungen erfüllt werden?

In Anbetracht der neusten Geschäftsentwicklung ist ein KGV der NFLX-Aktie von 139 (2018e) keineswegs gerechtfertigt. Die Aktie weist die höchste Bewertung aller FAANG-Aktien auf. Seit dem 17. Juli 2018 dürfte der Chart auf eine Trendwende hinweisen, nachdem der Kurs seit Jahresbeginn um +108,5 Prozent anzog. Seit Veröffentlichung der Neuabonnenten für das erste Semester 2018 von +670.000 in den USA (erwartet wurden +1.23 Mio.), +4,47 Mio. im Ausland (die Prognose lag bei +5,11 Mio.) gab die Aktie 4,9 Prozent auf USD 360,10 nach.

MSFT und AMZN, die Cloud-Marktführer

Microsoft’s Cloud-Geschäft übertrifft alle Erwartungen. In Q4 konnte der Internetriese seinen Umsatz um 17 Prozent auf über USD 30 Mrd. und den der Cloud-Sparte (Azure-Cloud) um 89 Prozent steigern. Einzig Amazon’s AWS Cloud-Geschäft ist noch gewichtiger. MSFT war auch im Absatz der Cloud-basierten Bürosoftware Office 365 mit +38 Prozent sowie im Windows-Geschäft +17 Prozent auf USD 10,8 Mrd. und der Umsatzzunahme von LinkedIn +37 Prozent eine Klasse für sich. Im Gesamtjahr stieg der MSFT-Umsatz +14 Prozent auf USD 110,4 Mrd. Einziger Wermutstropfen: Die Steuerreform reduzierte MSFT’s Nettogewinn von USD 25,5 auf USD 16,6 Mrd.

Text: Radovan Milanovic

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