finanzmag.com, Wochenrückblick KW 33

Auch die vergangene Woche stand wieder unter dem Einfluss der Handelssanktionen, was einerseits Währungen wie die türkische Lira, die indische Rupie und den argentinischen Peso weiter schwächten und dazu führten dass die Wirtschaftserwartungen wichtiger Industrieländer zurück genommen wurden. Diese Stimmung führte auch in der vergangenen Woche dazu, dass sich der Handel wieder mehr New Economy Vertretern zuwandte.

  • Im Mai 2018 betrugen die verbrieften Schulden der USA insgesamt USD 6,2 Bio. Davon hielten die Chinesen USD 1,18 Bio. in Form von US Schatzscheinen, TBills und Notes. Denn einen grossen Teil der enormen Handelsbilanzüberschüsse, welche China im Handel mit den USA erwirtschaftete, legten die Chinesen in verbrieften Schulden an. Auf diese Weise sorgten sie für einen stabilen USD und konnten gleichzeitig den Wert des Yuan zu ihrem Vorteil steuern (= schwächen). Sie halten somit auch ein starkes Druckmittel gegen allzu schwerwiegende Handelssanktionen durch die USA in ihren Händen: Nicht vorzustellen, wenn die Chinesen mit einen grossen Teil dieser Papiere den Markt fluten würden. Am Freitag liess jedoch die chinesische Regierung verlauten, sich mit dem Fed treffen zu wollen. Über die Gründe kann gemutmasst werden…
  • Deutsche Bank-Aktien durchbrachen am Freitag die Schallgrenze von EUR 10,0 nach unten und schlossen bei EUR 9,8. Das Herunterreden der Aktien der Deutschen Bank scheint durch Baissiers (und Haussiers, welche die Aktie “günstig” erwerben wollen?) orchestriert zu sein. Eine kurzfristig technische Mini-Gegenraktion mit unbekanntem Ausgang kann deshalb nicht ausgeschlossen werden. Mit dem Rückgang des Aktienkurses in immer tiefere Gefilde droht der Deutschen Bank ein Ausschluss aus dem deutschen Leitindex, dem DAX 30, was zu ernsthaften Konsequenzen für das Institut führen würde
  • Amazon (AMZN). Nach den starken Quartalszahlen und Mutmassungen um einen Eintritt des Unternehmens ins Filmgeschäft, scheint AMZN ins Finanzgeschäft einsteigen zu wollen. Ein Analyst des etablierten Analysendienstleisters Barron’s will wissen, dass Amazon bei diesem Geschäftsansatz auf die Kundentreue von Prime Members setzt, welche in der Mehrheit zur höheren Kaufkraftklasse zählt. Auf der Basis des Freitagsschlusskurses von USD 1.882,22 weisen einige technischen Indikatoren (Stochastics (9,6), MACD (12,26) und der ROC) auf eine überkaufte Zone hin. Falls die Titel zu einer Korrektur ansetzten, dürften sie bei den Pivot-Punkten USD 1.880,4 bis USD1.879,9 erste Unterstützungen finden
  • Tesla (TSLA)-Aktien sind wieder im freien Fall, da sich das Management zur Zeit eher um den Ruf des Unternehmens besorgt zu sein scheint, als um operative Optimierungen. Die Aktie verlor in der vergangenen Woche -14,3 Prozent auf USD 305,50, denn die Analysten reduzierten ihre Gewinnerwartungen weiter. Wichtige technische Pivot Punkte bei USD 307,03 bzw. USD 307,31 sind unterschritten worden. Einzig der RSI (14) mit 22,5, die Stochastics (9,6) mit 12,5 und der Stochastics RSI (14) mit 19,0 weisen auf sehr starke überverkaufte Hinweise hin, was zu technischen – nicht fundamental begründeten – Gegenreaktionen hindeutet

Text: Radovan Milanovic

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