finanzmag.com, Wochenrückblick KW 32

Tesla – nicht das Auto, sondern die Aktien auf Berg- und Talfahrt

Elon Musk’s “Öffentlichkeitsarbeit” wirft wieder hohe Wellen an den Börsen und dürfte dieses Mal für den eAuto Hersteller teuer werden. Es drohen Sammelprozesse wegen mutmasslicher Kursmanipulationen: Baissiers fühlen sich betrogen und Haussiers sehen ihre möglichen (langfristigen) Kursgewinne schwinden. Der im Gespräch stehende “Financier” eines Going Private, der Saudi Arabia Public Investment Funds (PIF), investierte rund USD 2,0 Mrd. in Tesla und bestätigte erst am Sonntag Vehandlungen mit Tesla.

Noch nicht zur Sprache kamen zwei Fakten:

  • Als Insider erwarb Elon Musk am 12. Juni 2018 55.000 und am 13. Juni 2018 17.500 TSLA Aktien im Gesamtbetrag USD 67,5 Mio.
  • Tesla Inc. ist wie Google… in Delaware registriert. Elon Musk hat zudem unzählige Tesla-Töchter in der US Steueroase eintragen  lassen. Sie eignen sich somit ideal für (Going Private) Investoren mit ausländischem Domizil, welche auf der Suche nach  steuergünstigen Off-Shore Anlagen sind

Türkei wendet sich sowohl dem EUR als auch dem USD ab

Nicht nur die Auslandsverschuldung, als auch mangelnde Devisenreserven zwingen das Land mittels alternativer Lösungen den internationalen Handel weiterzuführen. Präsident Erdogan plant deshalb, den Handelsverkehr mit seinen grössten Handelspartnern, also China, Russland, dem Iran und der Ukraine in ihren Nationalwährungen in Form von Verrechnungen vorzunehmen. Da es sich bei den Handelspartnern nicht um Regierungen, sondern um (gewinnorientierte) Gesellschaften handelt, stellt sich die Frage ob sich diese ihre Waren und Dienstleistungen wohl nicht eher in Hart-, statt Weichwährungen vergüten lassen.

DAX in der kommenden Woche unter Druck

Eine Abkehr von USD und EUR in Politik und Wirtschaft der Türkei, dürften die türkische Lira weiter schwächen, die Gläubigerrisiken weiter erhöhen und die europäischen Börsen in der kommenden Woche negativ beeinlussen.

Die Schulden- und Währungsproblematik der Türkei dürfte vor allem deutsche Finanzwerte wie die Deutsche Bank und die Commerzbank unter Druck setzen. Im DAX vertretene Gesellschaften mit Handelsbeziehungen zur Türkei wie BASF, HeidelbergCement und Siemens dürften sich der Stimmung ebenfalls nicht entziehen.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay, Creator: PIX1861

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