finanzmag.com, Wochenrückblick KW 30

Schlagzeilen der letzten 24 Stunden der 30. Börsenwoche

USA:

  • Amazon überrascht mit Milliardengewinn
  • Boeing mit kräftiger Gewinnsteigerung
  • Google, die Gelddruckmaschine
  • McDonald’s steigert den Gewinn deutlich

Deutschland:

  • BASF: Höherer Gewinn im zweiten Quartal, dank besserem Öl- und Gasgeschäft
  • Gute Nachricht für die Telekom
  • Wirecard mit kräftigem Gewinnwachstum

Schweiz:

  • Roche mit CHF 7,5 Mrd. Gewinn im ersten Semester 2018
  • Lindt & Sprüngli wächst wieder stärker
  • Nestlé übertrifft die Erwartungen

Handelskrieg zwischen den USA und der EU kaum gelöst

Alles gut? Business as usual? Mitnichten. Am Freitag suggerierte die hohe Politik den Investoren, dass mit “erfolgreichen” Verhandlungen zwischen den beiden Präsidenten der EU und den USA, Jean Claude Junker und Donald Trump der Zollkonflikt gelöst sei. Und die Einfuhrzölle vor allem auf deutschen Autos vom Tisch seien. Wie kam es, dass die Börsen diese “Glücksbotschaft” nicht honorierte? Weder die Aktien von BMW (-0,55 Prozent), Daimler (-0,40 Prozent) noch VW (-0,66 Prozent) machten Freude.
Die beiden Politiker schlossen nur gemeinsame Absichtserklärungen, also Letters of Intents (LOI). Sie bestätigen eigentlich nur ihr Interesse an Verhandlungen. Unverbindlicher geht’s kaum noch. Mit dem LOI zur Abnahme von US-Soja und Flüssiggas (LNG) durch die EU dürfte ein Regierungsakt (Verhandlungen) angestrebt sein. Doch die EU-Länder sind keine Planwirtschaften und die Gesellschaften innerhalb der EU sind freie Unternehmen, welche selbst entscheiden mit wem sie handeln und nach welchen Kriterien (Ursprung, Menge, Qualität, Preis…) Rohstoffe zur Produktion und Handel erworben werden.

Kurse für Soja-Bohnen im freien Fall

Seit dem Ausbruch des Handelsstreits mit China brachen die Soja-Preise wegen nachlassender Nachfrage ein. An der Chicago Board of Trade (CBOT) verlor der Endloskontrakt in den vergangenen drei Monaten -17,41 Prozent und seit Jahresbeginn -9,20 Prozent. Am Freitag legte er nach der “Übereinkunft” nur +0,71 Prozent zu. Washington will deshalb die US-Soja Produzenten mit bis zu USD 12 Mrd. unterstützen (subventionieren). Mittels Finanzierung der Zwischenlagerung sollen es die Farmer in der Hand haben, die Angebotsmenge zu steuern um Preisfluktuationen zu dämpfen. Zudem wird gehoft, dass der angestrebte, grössere Soja-Absatzkanal Richtung EU den US-Farmern grössere (Einkommens-)Sicherheiten geboten wird.

US-LNG teurer als freie Marktpreise

Das Preisargument dürfte für europäische Abnehmer von US-LNG eine gewichtige Hürde darstellen. Um eine höhere Nachfrage in der EU von Flüssiggas zu erreichen, müssen neben der Preisfrage erst die nötige Infrastruktur beim Import, der Lagerung und Verteilung erstellt werden, was einerseits nicht von heute auf morgen passieren wird und in der Folge den Endpreis dieser Energiequelle weiter verteuern wird.

Text: Radovan Milanovic

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