finanzmag.com, Wochenrückblick KW 28

Brexit – Grossbritanien vor “soft” oder “hard” Brexit?

Die EU28 ist Grossbritaniens wichtigster Handelspartner. In 2017 kamen rund 55 Prozent aller Importe (EUR 390,9 Mrd.) aus der EU28, während nur 45 Prozent aller Ausfuhren oder EUR 314,1 Mrd. in die Gemeinschaft gingen. Für UK ergab sich somit ein Handelsbilanzdefizit mit der EU28 von EUR -76,8 Mrd.

Im vergangenen Jahr exportierte UK Waren und Dienstleistungen im Betrage von 45,8 Mrd. in die USA, bei Importen von 48,1, was zu einem Handelbilanzüberschuss der USA von EUR +2,3 Mrd. führte.

Der amerikanische Präsident stellte Premierministerin May vor die Wahl: Enweder ein “harter Brexit” oder kein Handelsabkommen mit den USA. Da der Aussenhandel mit der EU28 um ein Vielfaches grösser ist als mit den Amerikanern, verkompliziert sich eine pragmatische Lösung.

GBP/EUR (Britische Pfund / Euro) Währung

GBP/EUR (Britische Pfund / Euro) Währung Chart
Kursanbieter: FXCM

Mit den Unsicherheiten dürfte das GBP weiter unter Druck kommen. In der vergangenen Woche stieg der Kurs des GBP jedoch um 0,1 Prozent auf 1,1315 an. Sollte sich die britische Wirtschaft jedoch mehr den USA zuwenden, dürfte sich das Pfund in Zukunft nach dem Wert des USD orientieren.

Anleger auf dem Weg in die Hartwährungen

Die Konzentrierung auf Anlagen der New Economy und den Hartwährungen setzte sich in den vergangenen Wochen fort.

Zu den Verlierern der vergangenen drei Monaten erwiesen sich in

  • Osteuropa: Polen (WIG 20 – 6,8 Prozent), Rumänien (BET -10,7 Prozent), Türkei (ISE 100 -18,1 Prozent), Ungarn (BUX -7,1 Prozent)
  • Südamerika aufgrund nachlassendem Wirtschaftswachstum und Wirtschaftskrise und Liquiditätsproblemen (Argentinien): Argentinien (Merval 25 -14,9 Prozent), Brasilien (BOVESPA -8,3 Prozent), Chile (IGPA -6,3 Prozent)
  • Asien wegen drohender Handelssanktionen und Zöllen auf Stahlprodukten: China (Shanghai Index -10,7 Prozent), Korea (KOSPI -6,5 Prozent), HongKong (Hang Seng -6,5 Prozent)

Beste 3-monats Performances zeigten sich in

  • Nordamerika: USA (Nasdaq 100 +11,3 Prozent), Kanada (S&P/TSX +6,5 Prozent),
  • Westeuropa: Deutschland (TecDAX +7,8 Prozent),
  • Osteuropa: Russland (RTS +7,7 bzw. RTX USD +9,9 Prozent)
  • Asien / Australien: Australien (Australia All Ordinaries +7,2 Prozent), Indien (SESEX +7,2 Prozent)

Text: Radovan Milanovic
Quellen: Britische Aussenhandelszahlen: reseachbriefings.parliament.uk, US-Handelszahlen: census.gov

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