finanzmag.com, Wochenrückblick KW 26

Importzölle der Amerikaner führen zu Währungsfluktuationen und neuen Wirtschafts-Koalitionen

China – Abwertung, faktischer Investitionsstopp in den USA und…

Die erste chinesische Antwort an die Amerikaner auf Zölle chinesischer Importe in die USA war eine Abwertung des chinesischen Yuan; ein Kursverlust von 2,8 Prozent in den vergangenen zwei Wochen, nämlich von 6,441 auf 6.618 (Devisen-Mittelkurse) mit der Drohung, weitere folgen zu lassen. Billigere Importe federn den Einfluss höherer Produktpreise in den USA wegen US-Importzöllen ab.

Als zweite Retorsionsmassnahme planen die Chinesen an der Shanghaier Börse Rohöl-Termin Kontrakte einzuführen, welche in Yuan – und nicht in USD – gehandelt werden.

Die Research Anbieter Rhodium Group berichtete zudem, dass chinesische Anleger ihre US-Investitionen zwischen Januar und Mai 2018 auf nur noch USD 1,8 Mrd. herunter gefahren haben. Dies bedeutet einen Einbruch im Vergleich zur Vorjahresperiode um 92 Prozent.

Beginn einer neuen Handels- und Wirtschaftsachse Russland – USA?

Quelle: US census.gov

Das Volumen amerikanischer Exporte nach Russland steht umsatzmässig weit hinten, so dass es an letzter Stelle unter “alle Anderen” aufgeführt wird.

Interessant die die Ausweitung des Handels USA-Russland in 2017 um +16,2 Prozent (vs. 2016) auf USD 24,0 Mrd. Russlands Handelsumsatz mit den USA liegt somit an fünfter Stelle (nach China, Deutschland, den Niederlanden und Italien). Exporte der USA im Umfang von USD 7,0 Mrd. standen Importen von USD 17,0 Mrd. gegenüber, was zum Handelsbilanzdefizit der USA von USD 10,0 Mrd. führte. Dieser Wert beträgt nur 8,4 Prozent des chinesischen mit USD – 119,1 Mrd. Die ersten vier Monate des laufenden Jahres wiesen mit einem Defizit von USD – 3,75 Mrd. im Handel mit Russland vergleichbare Werte auf.

Mit der Einführung der Handelssanktionen der EU gegen Russland wegen ihrer Annexion der Krim, schadete sich die EU selbst. Doch am 16. Juli 2018 könnten völlig neue Fakten geschaffen werden. Sollte der US-Präsident die Krim als Teil Russlands anerkennen, hat der Geschäftsmann Trump Russland als vollwertigen Handelspartner gewonnen. Russland könnte die US-Industrie mit Schwer- und Industriemetallen sowie Erzen und Rohstoffen beliefern. US-Gesellschaften würden im Gegenzug ein riesiger Markt für Konsumgüter geebnet werden, nachdem mit dem Nachbarn Kanada ein eisiger Wind herrscht.

EUR-USD gibt (gewollt?) nach – Trendänderung des US-Handelsbilanzdefizits


Seit Beginn der bisigen Stimmung zwischen Ost und West des Atlantiks, also seit Anfang Februar, bröckelte der USD zum EUR um -7,2 Prozent (von 1.2506) auf 1.1663. Ein billigerer USD bezweckt die Verteuerung der Importe. In Kombination mit den Importzöllen sollte das Handelsbilanzdefizit nachgeben. Und dies scheint tatsächlich zu klappen, wie die neueste Erhebung des US Cesus Bureau and the Bureau of Economic festhält. Im April ging nämlich das US-Handelsbilanzdefizit im Vergleich zum März um USD 1,0 Mrd. auf 46,2 Mrd. ( -2,2 Prozent) zurück. Die Exporte nahmen um +0,3 Prozent auf USD 211,2 zu, während die Importe um -0,2 Prozente (auf USD 257,4 Mrd.) zurück kamen. Da die Importzölle erst kürzlich eingeführt worden sind, dürfte sich diese Entwicklung verstärken.

Text und Bild: Radovan Milanovic
Datenquelle: US Census Bureau

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