finanzmag.com, Wochenrückblick KW 25

Die Befürchtungen der Auswirkungen amerikanischer Zölle auf die Euro-Zone hat die europäischen Börsen gebeutelt. Immerhin scheint der amerikanische Präsident die angedrohte Importstrafe auf Güter europäischer Hersteller von 25 auf 20 Prozent senken zu wollen. Das IFO-Institut geht von “massiven Folgen für die deutsche Wirtschaftsbilanz” aus, sollte die US-Regierung mit den Einfuhrzöllen Ernst machen.

Unter den grössten Verlierern dieser Massnahmen befände sich die deutsche Autoindustrie. Die Börse reagierte bereits: Der DAXsector Auto antizipierte mögliche Auswirkungen und gab vergangene Woche 5,9 Prozent auf 1.532.64 nach. Doch die wichtigsten Währungen reagierten bisher kaum auf  möglicherweise kommende Probleme. Sowohl der USD, als auch der RUB (Rubel) schwächten sich in der KW25 marginal um 0,6 Prozent auf 1,1664, bzw. 73.2525 ab. Profitiert hat die klassische Fluchtwährung, der CHF, welche sich um 0,4 Prozent auf 1.1522 verbesserte.

  • Der Ölpreis der Sorte WTI kam die vergangene Woche von seinem Hoch von USD 72,50 Pro Fass auf USD 67,03 zurück, da sich Saudi Arabien bereit erklärte, im Gegenzug zu den Produktionsausfällen Venezuelas und des Irans ihre Produktion um täglich 1 Mio. Barrel zu steigern, um die steigende Nachfrage abzudecken.
  • Das US-Fed bestätigte, dass Russland den grössten Teil ihres Portefeuilles an US-Schuldverschreibungen veräussert hat. Alleine im April verkauften die Russen USD 47,4 Mrd. (Märzbestand USD 96,1 Mrd.), aufgrund des eingebrochenen Handels beider Staaten. Kommende Finanzierungsrunden des US-Schatzamtes dürften sich  – auch in Anbetracht des Abbaus chinesischer Bestände – schwieriger erweisen
  • Die Schweizerische Nationalbank (SNB) warnt vor Risiken bei Wohnrenditeliegenschaften. Es ist aussergewöhnlich, dass die SNB solch klare Warnungen ausspricht. Während die Nachfrage nach Renditeliegenschaften auf hohem Niveau bleibe, gehe die Nachfrage der Mieter zurück. Zinserhöhungen könnten bei den Banken zu Kapitalisierungsproblemen führen. Erheblichere Gefahren sieht die SNB bei privaten Hypothekarschuldnern, deren Verpflichtungen bereits knapp CHF 1,0 Bio. erreicht haben und Ende 2018 die Marke von CHF 1 Bio. gar überscheiten wird. Die Hypothekarschulden in der Schweiz zählen zu den höchsten der Welt und liegen bei 146 Prozent des BIP.
  • Der Wochenbeginn dürfte stark unter dem Einfluss des deutschen IFO-Geschäftsklima-Index, den veröffentlichten Inflationszahlen von Deutschland, Italien und Spanien stehen. Die Zahlen dürften den EUR, als auch Börsen wie den deutschen DAX, den italienischen FTSE MIB und den spanischen IBEX35 unter Druck setzen

Text: Radovan Milanovic

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