finanzmag.com, Wochenrückblick KW 23

Die Konsequenzen des “G6 + 1” Meetings in Kanada werden erst nach der Rückkehr des US-Präsidenten aus Singapur richtig sichtbar werden. Eines ist klar: Die Auswirkungen werden das globale Wirtschaftswachstum dämpfen und dürften deshalb die Börsen unter Druck setzen (fallende Gewinnerwartungen der Unternehmen).

  • Korea: Sollte eine friedliche Lösung beider Koreas in Sicht kommen, dürfte sich Nord-Korea für US-Unternehmen zu einem wahren El Dorado erweisen. In gleichen Zeitraum indem zwischen der EU und den USA Eiszeit herrscht, dürfte ein neuer, riesiger Handelspartner entstehen. Denn Nord-Korea‘s Wirtschaft und Infrastruktur muss von Grund auf neu aufgestellt werden. Dabei wird ein beinahe unendlich grosses Importvolumen geschaffen. Voraussichtlicher Financier sind die Weltbank (BIRD) (und damit unter anderem auch die EU-Mitgliedsländer) sowie die Asiatische Entwicklungsbank (ADB)
  • Argentinien wieder mit Liquiditätsbedarf: Der Kapitalabfluss aus den Entwicklungsländern in Hartwährungen betraf auch Argentinien, was den argentinischen Peso schwächte. Zusammen mit steigenden Preisen im Inland wegen mangelnder Haushaltsdisziplin des Staates droht nun auch die importierte Inflation. Nach dem Hilfereuf an den Weltwährungsfonds (IMF) dürfte Argentinien eine Barspritze von USD 50 Mrd. zugesagt werden. Nach der sicherlichen Zustimmung durch den Rat der IMF-Gouverneure am 20. Juni, wird Argentinien eine erste Tranche von ca. USD 15 Mrd. erhalten
  • Bayer – Monsanto: Der Monsanto-Deal scheint Bayer nicht das erhoffte Glück zu bringen, zu gross sind gesundheitliche Bedenken wegen des Herbizid-Produktes Roundup von Monsanto (MON). Kommt dazu, dass alleine in Amerika ca. 4000 Klagen gegen MON eingereicht und noch rund 2.000 Verfahren hängig sind, welche Bayer übernehmen muss. Zudem bemängeln Vertreter der Landwirtschaft die kommende Marktmacht von Bayer als Quasi-Monopol im Pflanzenschutzbereich. Die Kurse der Bayer-Aktien reflektierten die Stimmung und verloren in der vergangenen Woche 4,5 Prozent auf EUR 98,27
  • Die Batteriebedarf für die e-Autos von Daimler, VW, BMW und Porsche dürfte mit der Ansiedlung des chinesischen Herstellers CATL (Contemporary Amperex Technoloy Ltd.) in Erfurt gesichert sein. Die Gesellschaft will die Kapazitäten mit Riesenschritten vorantreiben. Zur Zeit beträgt die Kapazität von CATL 7,5 GWh. In 2015 betrug diese erst 3 GwH, in 2016 bereits 7,5 GWh (iIm Vergleich dazu, die Kapazität von Chinas Spitzenhalter BYD beträgt aktuell 16,0 GWh) . Seit 2014 bis 2017 hat das Unternehmen die Verkaufspreise ihrer Batterien um 50 Prozent gesenkt. CATL zufolge soll bereits jetzt eine höhere Produktions-Kapazität für EV-Batterien als Tesla verfügen. Mit dem IPO von 10 Prozent der Aktien im Betrage von USD 722 Mio. soll einerseits das Werk in Erfurt, als auch die Planung und der Beginn einer bis 5fachen Ausweitung der Kapazität finanziert werden
  • Wirecard  – VISA: Mit der Erweiterung der Zusammenarbeit von VISA mit Wirecard, markiert für die Münchner einen neuen Meilenstein und eine Bestätigung auf dem richtigen Weg zu sein. Das Know-how von Wirecard bei digitalen Zahlungssystemen soll VISA Marktanteile bei Händlern und Start-ups vergrössern.
    T
    ext: Radovan Milanovic
    Bild: pixabay, Creator: geralt

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