finanzmag.com, Wochenrückblick KW 21

In der KW 21 hatte vor allem die Politik grossen Einfluss auf Wirtschaft und die Börsen. Trotz gedämpfter Wirtschafterwartungen konten sich die europäischen Wertpapiermärkte auf den Vorwochen-Niveaus halten.

  • Wie erwartet erreichte der Ölpreis der Sorte Crude Brent die charttechnische Hürde von USD 72,50 / Fass. Dieses Preisziel war zugleich auch der technische Widerstand. Bei diesem Preises gaben Russland und Saudi Arabien bekannt, die Fördermenge zu lockern, worauf Crude Brent nachgab und am Freitag bei USD 67,50 / Barrel schloss
  • Gleich drei Gründe bewirkten das Nachgeben des EUR
    – Die Regierungskrise in Italien: Die Frage, wie weiter in Italien, brachte den Euro vs. dem USD ins Wanken. Aber auch, ob ein pro oder contra Euro-Politiker zum Wirtschaftsminister ernannt und am Montag Verhandlungen mit dem IMF (International Monetary Fund) führen wird. Der Ausgang dieser Verhandlungen wird auch zu einem Hinweis führen, ob Italien einen Schuldenschnitt gewährt werden wird. Aufgrund der Entwicklung der vergangenen Woche muss mit einem Downgrading von Italiens Bonität gerechnet werden
    – Die US-/Iran-Krise und die darauffolgenden Sanktionen sowie der Auftragsstopp für deutsche Firmen durch Saudi-Arabien dürften europäischen Gesellschaften stark zusetzen und den Aussenhandel schwächen
    – Nach Monaten des schwachen CHF profitierte der CHF vom Safe Haven Effekt. CHF/EUR erholte sich seit Wochenbeginn von 1,1775 auf 1,1560
  • Neue Kapitalanforderungen für Finanzinstitute (höhere Eigenkapitalvorschriften) durch Brüssel und ein Kapitalrettungsfonds sollen die Banken gegen ein Worst-Case Szenario wappnen. Preisdruck durch Online-Banken, Rationalisierungen und Kostendruck zwingen sie weiteren Redimensieronierungen. So auch die Deutsche Bank, welche ein neues Sanierungsmodell vorstellte und innert Monaten die Mitarbeiterzahl von 97.000 auf “deutlich unter 90.000” abbauen will. Die DB-Aktie verlor die vergangenen Woche von EUR 11,02 auf EUR 10,34 (- 6,60 Prozent). Die schlechte Stimmung bei den Bankwerten führte beim DAXsector Banken zu einem Wochenverlust von -3,24 Prozent auf 97,85. Die Banken leiden bereits seit Jahren unter der schlechten Investorenstimmung. Im Performancevergleich führen die Bankenwerte das Schlusslichter an (5-Jahresverlust -43,25 Prozent, 3 Jahresperformance -46,02 Prozent, 1-Jahresresultat -24,69 Prozent)
  • Die Forderung nach 1,5 Mio. neuer Wohnungen durch Berlin mit voraussichtlichen Kosten von EUR 6 Mrd. sprach vor allem zugunsten Vonovia (Wochenperformance + 0,9 Prozent auf EUR 39,35) und HeidelbergCement (-3,2 Prozent) auf EUR 78,86

Text: Radovan Milanovic

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