FB Aktie mit tiefer Bewertung – Internet-Werbung im Wandel

Facebook fällt – kurzfristig – in Ungnade

Im vergangenen Jahr gewann Facebook (FB) im Durchschnitt täglich 500.000 neue Nutzer oder sechs neue Profile, jede Sekunde. Diese goldigen Zeiten sind vorbei. Derzeit ist macht der Hashtag #deleteFacebook die Runde. Ob medienwirksam wie die WhatsApp Gründer Jan Koum und Brian Acton welche das Kommunikationssystem in 2014 für USD 16 Mrd. an FB veräusserst haben und jetzt wie Tesla’s Chef Elon Musk  öffentlich aufrufen, FB-Mitgliedschaft zu beenden. Oder auch das auch deutsche Unternehmen Dr. Oetker Pizza Deutschland, welches sich weniger medienwirksam von der Social Media Plattform verabschiedet.

Internet-Werbung im Umbruch

Doch die Abhängigkeit der e-Industrie zur Bekanntmachung und Werbung ihrer Produkte und Dienstleistungen von Twitter und Facebook wird die Empörung über den Datenhandel mittel- und langfristig auf einen Sturm im Wasserglas hinauslaufen. Trotzdem dürfte der Anlass die Internet-Werbung verändern. Die Millenials haben sich an die diese beidem sozialen Medien gewöhnt. Ja sie sind zu einem Teil ihres Lebens geworden. Denn die effizienteste und günstigste Art der Kundengewinnung (Cost of Customer Acquistion) findet über die Internet-Werbung statt. Die Werbeabteilungen grosser Unternehmen beugen sich dem Aufschrei der FB-Gemeinde und fahren ihre Aufträge runter. Alternativen sind gefragt und stehen bereit. Statt der Überflutung des Netzes mit Massenwerbung werden Kunden und Webseitenbesucher durch hochstehende Gastbeiträge bei wichtigen Branchenportalen wie bei gastroecho.de (Gastro- und Hotellerie), meinautomagazin.de (Auto und Tuning), finanzmag.com (Finanz- und Wirtschaftsportal) sowie presse-media (Presseportal) direkt angesprochen. Diese wenden sich direkt an die Zielgruppen. In Form von in interessanten Gastbeiträgen werden ihnen Informationen über neue Produkte und Dienstleistungen vermittelt. Manch ein Unternehmen dankt seinen Kunden auch mal für seine Kundentreue mittels einer persönlichen Werbebotschaft.

Facebook mit Ertragsdelle 2018 / 2019

Während kurzfristig orientierte Investoren das Schiff verlassen haben, setzen mittel- und langfristig orientierte Anleger auf die Ertragsprognosen von FB: Der Konsens des erwarteten Gewinns pro Aktie (EPS) ist für das Geschäftsjahr 2019 von USD 8,78 auf USD 8,00 und der EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Rückstellungen) von USD 41,1 auf USD 35,8 Mrd. reduziert worden. Nachdem sich die Wogen geglättet haben, dürfte die Rentabilität des Unternehmens – nach der Gewinndelle in 2018 / 2019 – wieder ansteigen und für mögliches Kurspotenzial nach dem Motto “buy on bad news” sorgen. Mit dem FB-Kurs von USD 158,50 bewertet der Markt die Aktie nur noch mit einem KGV 2019e von 19,8. Einer tieferen Bewertung als die meisten Industriewerte aufweisen. Vorbei ist die Zeit, als FB-Aktien als Internet High-Flyers hochgejubelt wurden. Der künftige Aktienkurs dürfte einem Risikoabschlag (Kosten wegen mutmasslicher Entschädigungen und Gerichtskosten) zu Industriewerten enthalten bis sich die Lage wieder normalisiert. So beträgt das durchschnittliche KGV der S&P 500 auf der Basis diesjähriger, erwarteter Gewinne 24,83, nachdem das KGV dieses Benchmarks im Boom-Dezember 2017 bis auf 67,83 anzog.

Text: Radovan Milanovic

Das könnte Sie auch interessieren: