Factoring oder Zession? Der feine Unterschied

Zession – Übertragung einer Forderung

In den drei deutschsprachigen Ländern definieren die Gesetzgeber die Zession, bzw. Abtretung leicht unterschiedlich, jedoch im Kern identisch. Grundsätzlich repräsentiert die Forderung einen Vermögenswert. Dieser kann sowohl als Zahlungsmittel als auch als Sicherungsmittel für Geld- oder Warenkredite eingesetzt werden. In Deutschland bestimmt das deutsche Zivilrecht nach der Legaldefinition des § 398 Satz 1 BGB (bürgerliches Gesetzbuch), in Österreich das Zivilrecht § 1392 des österreichischen ABGB (allgemeines bürgerliches Gesetzbuch) und in der Schweiz das schweizerische Zivilrecht in Art. 164 Abs. 1 OR (Obligationenrecht) den Vorgang einer Zession (Abtretung). In der Praxis treten zwei Arten von Zessionen. Die stille und die offene Zession. Bei der offenen Zession wird der Wechsel des Besitzers (Zedent) auf den neuen Gläubiger (Zessionar) öffentlich gemacht. Im Falle der stillen Abtretung wird der Schuldner über die Abtretung nicht informiert.

Factoring – Verkauf einer Forderung

Eine gewerbliche, revolvierende Übertragung von Forderungen eines Schuldners (wie Lieferanten, Kreditoren…) durch einen Gläubiger (Debitor) an eine Finanz-Gesellschaft (Factoring-Gesellschaft, Kreditinstitut…). Auch beim Factoring werden kennen wir zwei Möglichkeiten. Nämlich das echte Factoring bei dem die gesamten Forderungen inkl. des Risikos eines Zahlungsausfalles des Schuldners. Beim unechten Factoring bleibt das Delkredererisiko beim ursprünglichen Gläubiger. Dieses Risiko kann in bestimmten (wenigen) Fällen durch eine Delkredere-Versicherung gedeckt werden. Da der Gläubiger im Falle des Factorings rasch zu Barem kommt, hat er die Möglichkeit, die Liquidität seines Unternehmens zu optimieren und mit diesem gewinnmaximierend zu arbeiten. Diese Vorteile haben dazu geführt, dass das Factoring immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay, Creator: stevepb

Pressemeldung der Elbe Finanzgruppe GmbH

Factoring: Starker Expansionskurs in Deutschland

Der deutsche Factoring-Markt verzeichnet ein weiteres hohes Wachstum. Im vergangenen Jahr erzielten die Unternehmen, die im Deutschen Factoring Verband sowie im Bundesverband Factoring für den Mittelstand zusammengeschlossen sind, einen Umsatzzuwachs von 212 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Jahr 2015 bedeutet dies eine Steigerung um weitere 4,65 Prozent auf aktuell knapp 222 Milliarden Euro. Rund 95 Prozent der Factoring-Umsätze in Deutschland werden durch die beiden genannten Verbände repräsentiert.

Deutschland hat auch in Hinsicht auf die Forderungslaufzeiten die Nase vorn: Gegenüber dem Vorjahr betragen diese für die Factoring-Unternehmen weiterhin 40,5 Tage. Im internationalen Factoring-Geschäft beträgt die durchschnittliche Laufzeit 51 Tage.

Gute Konjunktur sorgt für gute Umsätze

Für die positive Entwicklung des Factorings ist das Bruttoinlandsprodukt in 2016 verantwortlich, die auch für die Erhöhung der Factoring-Umsätze zuständig ist. Diese Wirtschaftsentwicklung dürfte auch nach Ansicht der Factoring-Unternehmen anhalten, da doch die beiden ersten Quartale beim Bruttoinlandsprodukt in Deutschland weiterhin auf Wachstumskurs blieben.

Doch nicht allein aufgrund der guten Konjunktur besteht in Deutschland weiterhin eine gute Wachstumsprognose für die bankenunabhängige Finanzierungslösung Factoring. Denn auch im internationalen Vergleich hat man hierzulande noch Nachholbedarf. Derzeit liegt die Factoring-Quote, welche sich aus dem aktuellen Umsatz im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt ergibt, in Deutschland bei rund 7 Prozent. Der europäische Durchschnittswert liegt jedoch bei über 10 Prozent.

Auch wird durch die Zuwächse im Factoring-Geschäft in Deutschland die Exportorientierung der deutschen Wirtschaft hervorgehoben. Denn knapp 68 Milliarden Euro und einen Anteil von mehr als 30 Prozent am Gesamtumsatz wird im Factoring mit der Grenzüberschreitung deutscher Exporteure und ihrer Absicherung im Factoring erwirtschaftet. Jedoch fiel das Import-Factoring im Vergleich mit 3,4 Milliarden Euro gering aus.

Gründe für die Nutzung von Factoring

Kleine und mittelständische Unternehmen wurden in einer Umfrage vom Bundesverband Factoring befragt, weshalb sie Factoring in Anspruch nehmen.

Hierbei wurde als wichtigster Faktor für die Nutzung von Factoring die Unabhängigkeit von der Hausbank genannt. Weitere Gründe waren eine umsatzkongruente Finanzierung sowie die Entlastung vom Ausfallrisiko.

Auch die Elbe Finanzgruppe wächst kontinuierlich

Der Wachstumsschub ist ebenfalls bei der Elbe Finanzgruppe stark spürbar. Die Zahl der kleinen und mittelständischen Unternehmen, welche auf die alternative Forderungsfinanzierung zur Liquiditätssicherung setzen, steigt stetig. Immer mehr Firmen erkennen den Vorteil gegenüber dem klassischen Bankkredit. Denn anders als beim Kredit bei der Hausbank sind keine bankenüblichen Sicherheiten zu stellen. Zudem entfallen lange Bearbeitungs- und Entscheidungszeiten, die oftmals zu Liquiditätsengpässen führen.

Mithilfe von Factoring erhält der Unternehmer durch den Verkauf seiner Forderungen sofort und fortlaufend Liquidität. Zusätzlich sind der Ausfallschutz und das Mahnwesens integrierter Bestandteil.

Factoring ist die Erfolgsgeschichte für den Mittelstand, da sich Banken zunehmend aus der Mittelstandsfinanzierung zurückziehen.

Rückfragen und weitere Informationen

Elbe Finanzgruppe GmbH
Frau Miriam Körner
Marketing
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