EU verhängt Handelsverbot für Schweizer Aktien

Mit der Beendung des Status der Schweiz als, “Äquivalenten Drittstaat” durch die EU, dürfen EU-Marktteilnehmer ab dem 01. Juli 2019 keine Schweizer Aktien mehr an der Schweizer Börse, der SIX, handeln. Als Gegenmassnahme hat die Schweizer Regierung beschlossen, den Handel von Schweizer Aktien in den EU zu verbieten. Der Handel hat sich heute brav an die Beschlüsse der Politik, also an die Handelsverbote, gehalten.

SIX: EU verhängt Handelsverbot für Schweizer Aktien
Schweizer Börse SIX

Hintertüre des Handelsverbots schweizerischer Aktien in der EU

In weiser Voraussicht hat die Schweizerische Regierung bereits im November 2018 den “Plan B” ausgearbeitet, welcher im Falle der Nichterneuerung der Börsen-Äquivalenz greifen wird. Plan B basiert auf fünf Säulen und sieht mit der Verordnung “Finanzmarktpolitik für einen wettbewerbsfähigen Finanzplatz Schweiz” eine dynamische Finanzpolitik und mit ihr die Stärkung des Schweizerischen Finanzplatzes vor. Denn diese Massnahme stellt sicher, dass EU-Marktteilnehmer weiterhin Zugang zum CH-Binnenmarkt haben werden und in der Folge weiterhin Schweizer Aktien handeln können.

SIX, der Profiteur des EU-Handelsverbots

Da rund 30 Prozent aller Schweizer Aktien an EU-Börsen gehandelt werden, kann davon ausgegangen werden, dass der grösste Teil dieses Handelsvolumens an die SIX abwandern und den Binnenmarkt stärken wird.

SIX gab bekannt, in den vergangenen sieben Monaten direkte Verbindungen “zu allen Kunden” aufgebaut zu haben, um einen reibungslosen, kontinuierlichen Handel zu gewährleisten. Zudem habe die Börse einen Prozess implementiert, um neuen Marktteilnehmern einen Schnellzugang zu ermöglichen.

Erster Eindruck nach dem “Tag X”

Gespannt schauten Händler und Analysten auf die heutigen Handelsstatistiken der Schweizer Börse. Sie stellten zwar nur eine leichte Steigerung des Umsatzes, jedoch eine leicht höhere Nachfrage nach Schweizer Blue Chips zum Freitag fest. Noch ist es zu früh, um endgültige Schlüsse der Auswirkungen des Handelsverbots zu ziehen.

Die freundliche Marktstimmung im Einfluss des entspannten G20-Gipfels, der US-Nordkoreanische Charme-Offensive und tiefe Devisen-Volatilitäten sorgten für einen SMI-Kursanstieg von 71,76 Punkten (+0,72 Prozent). So schloss der Benchmark bei 10.022,89 Punkten. Er erreichte beinahe sein 52-Wochen Hoch bei 10.062,65 Punkten und blieb über der magischen Zahl von 10.000 Zählern.

Text und Bild: Radovan Milanovic

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