eSports – Big Business im “Game on”-Modus

eSports, das Milliardengeschäft, steht erst in den Kinderschuhen

Die Presseerklärung des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (www.biu-online.de) lässt manchen CEO vor Neid erblassen. Im Hinblick auf die Spielemesse gamescom, welche vom 22. bis 26. August in Köln stattfinden wird, berichtet der Verband von einer Umsatzzunahme bei Computer- und Videospielen von 11 Prozent im ersten Halbjahr 2017. Eine US-Untersuchung berichtete bereits im Frühjahr 2015 von einer Spielerschaft von 135 Mio. bei einer Einwohnerzahl von 320 Mio. Die Industrie selbst ging damals von einem Marktpotenzial von über USD 620 Mio. aus. Inzwischen hat sie ihre Prognose auf rund USD 1,0 Mrd erhöht. Der Trend, welcher von Japan und den USA nach Europa überschwappte ist nicht mehr aufzuhalten.

Die BIU erwähnt eine Spielergemeinde von 18 Mio., alleine in Deutschland. Noch eindrücklicher ist das Marktvolumen der digitalen Spiele in realen Zahlen: Im ersten Semester 2017 wurden EUR 78 Mio für Gebühren von Online-Netzwerken (+53 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode), EUR 90 Mio. (+11 Prozent), EUR 400 Mio. (+26 Prodzent) für Mikrotransaktionen (virtuelle Güter und Zusatzinhalte) aufgewendet. Einzig die Käufe gaben leicht nach und betrugen EUR 509 Mio. (-2 Prozent). Der Grund des Rückganges dürfte im Fehlen der umsatzstarken Weihnachtszeit liegen.

Lösen eSports das Interesse an konventionellen Sportarten ab?

Bei eSports spielt der Teilnehmer Computer- oder Videospiele im geregelten Wettkampf gegen andere Spieler. Der BIU berichtet, dass der Bekanntheitsgrad von eSports im vergangenen Jahr um 5 Prozentpunkte auf 29 Prozente gestiegen ist. So kennen 56 Prozent der 16- bis 24-Jährigen und 55 Prozent der 25-, bis 34-Jährigen den Begriff. Die Branche ist natürlich an der Steigerung des Bekanntheitsgrads interessiert.

Je ausgeklügelter die Spiele, desto höher die Hardwarevoraussetzungen (Prozessoren, RAM, Grafikkarten). Dabei profitieren vor allem Apple (AAPL), Nintendo (NIN, TSE: 7974), Microsoft (MFST) mit seiner Xbox, aber auch Intel (INTC), welche eine eigene Meisterschaft austragen, die “Intel Extreme Masters” sowie Comcast (CMCSA) mit seinen XFINITY Games. Unter den bekanntesten Herstellern von Graphikkarten befinden sich Asustek Computer Inc. (TPE: 2357), kurz Asus genannt und Advanced Micro Devices, Inc (AMD).

Aus der “Spielerei” werden Grossveranstaltungen wie “Counter Strike – Global Offensive” mit Siegesprämien in Millionenhöhe. Es wird sogar eine Weltmeisterschaft, die eSports World Championship (ESWC) ausgerichtet. Auch kapitalkräftige Sponsoren wie Coca Cola (KO) und Red Bull buhlen um die Gunst des immer grösser werdenden Reservoirs an Spielern.

Text: Radovan Milanovic

Das könnte Sie auch interessieren: