Ende des FANG-Trends

Einige Trend-Strategien wie FANG und HYDiS haben sich kurzfristig ausgezahlt und prächtige Renditen verzeichnet. Über Erfolg oder Misserfolg entscheidet oft das Timing, seine Strategie zu wechseln oder die Entscheidung, eine Einzelinvestition zu tätigen oder abzustossen. Viele Börsenindikatoren weisen darauf hin, dass Investoren gut daran täten, die beiden Trend-Strategien zu beenden.

Der FANG-Trend löst sich auf

FANG setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der High-Tec High-Flyers Facebook (FB, Performance des vergangenen Monats + 4,0 bzw. der vergangenen Woche -0,26 Prozent), Amazon (AMZN, +13,99, bzw. +1,24 Prozent), Netflix (NFLX, -3,99 bzw. -1,57 Prozent) und Google (jetzt Alphabet, Inc. GOOGL, +5,70 bzw. -0,56 Prozent) zusammen. Das Gewinnwachstum der vier Titel dürfte – zumindest in naher Zukunft – mit Ausnahme von GOOGL schwächer ausfallen als erhofft. Die Kurse dieser Titel werden somit eher konsolidieren und die übertriebenen Bewertungen korrigieren. Die Einzeltitel können deshalb nicht mehr als Einheit von HOT-Stocks sondern wieder als Einzelrisiken betrachtet werden.

FANG-Titel mehrheitlich überbewertet

  • Facebook: KGV 49,2 (Basis erwarteter Gewinne 2017). Wohl steigt die Anzahl neuer Mitglieder markant an. Doch die Werbeeinnahmen stagnieren
  • Amazon: KGV 229,6. Weiteres Wachstum (Umsatz und Rentabilität) in Sicht. In Anbetracht der hohen Bewertung und Seitwärtstendenz anderer Tech- und Internetwerte dürfte AMZN-Aktien eine Pause einlegen
  • Netflix: KGV 446,5. Die grossen US-Filmproduzenten wie Disney (DIS), 21st Century Fox (FOXA), Time Warner (TWX) haben entschieden entweder eigene Streamdienste anzubieten oder ihre Filme erst nach ihren Premieren zeitverzögert den Streamingdiensten anzubieten. Somit fällt ein grosser Kundenanreiz für NFLX-Abonnenten weg. Mit der Ankündigung von DIS, Kaufinteresse an Film-Studios und Fernsehstationen von Fox zu haben, könnte ein grosser Konkurrenz zu NFLX entstehen. Die Wachstumsaussichten von NFLX sind deshalb völlig überzogen. Der Streamingdienst kann deshalb die hohen Erwartungen kaum erfüllten. Eine erhebliche Bewertungskorrektur dürfte anstehen
  • Alphabet (A-Aktien, GOOGL): KGV 37,2. Die Haupteinnahmen von GOOGL (Werbung) wachsen nicht mehr wie gewünscht, sondern stagnieren. Der Konzern investiert deshalb in neue Technologien wie Google’s Pixel 2 oder führerlose Autos. Inzwischen sorgen Einnahmen von Facebook (FB), ihrer Clouds, Google Play App Store und Hardware für weiteres Gewinnwachstum. In Anbetracht des gesunden, organischen Wachstums, dürfte GOOGL – im Gegensatz zu anderen FANG-Titel fair bewertet zu sein

Text: Radovan Milanovic

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