Einfluss der Drogebärde um Strafzölle auf die Börsen

Interessante  Börsenperformances im März

Bridgewater Associates LP, welche per 31. Dezember 2017 ein Fondsvermögen von USD 119,9 Mrd. per 31. Dezember 2017 verwaltete, wettet einer Agenturmeldung zufolge gegen den DAX. Seit Beginn der Drohungen und Gegendrohungen beidseits des Atlantiks wegen des Ungleichgewichts der Handelsströme sind die Anleger verunsichert. Anlass genug, um die Performances der betroffenen Börsen während der politischen Wortgefechte zu vergleichen. Der mutmassliche Nutzniesser von Strafzöllen durch Chinesen, Japaner und Europäer sollte eigentlich die US-Wirtschaft sein. Denn mittels Heimatschutz amerikanischer Unternehmen sollten neue Stellen geschaffen werden. Logisch wäre somit ein Anziehen der US-Börsen aufgrund der positiven Wirtschaftserwartungen. Während die Leitbörsen der angedrohten Länder (Deutschland, China, Japan) und Ländergruppen (EU) im Vergleich Terrain verlieren würden. Deutschland, die Wirtschaftslokomative der EU, wäre einer der Hauptbetroffenen der Sanktionen. Der DAX 30 welcher die bekanntesten exportorientierten Werte beinhaltet, zeigte sich erstaunlich resistent und zeigte, zusammen mit den Euro Stoxx 50 gar den besten Kursverlauf der betroffenen Leitbörsen auf.

 

Börsenvolatilitäten weisen auf kurzfristige Risiken der betroffenen Hauptmärkte hin

Vorerst konnte die Politik ein Handelskrieg gegen die EU auf Eis legen. Trotzdem dürften einzelne DAX Unternehmen im Blickpunkt der Amerikaner bleiben, denn neben Stahl und Aluminium zeigen auch die Sparten Auto (BMW, Mercedes und VW) und Chemie (Bayer und BASF) einen grossen Aussenhandelsüberschuss mit den USA auf. Diese beiden Sparten dürften in den Verhandlungen ebenfalls eine grosse Rolle spielen. Bis jetzt haben sie als  Grossgewichte im DAX 30 noch keine Reaktionen gezeigt. Mit der Suche nach politischen Lösungen gehen die Emotionen in Europa zurück. Die Volatilität des Euro Stoxx 50 beträgt deshalb nur noch 11,5 Prozent, verglichen mit dem leicht höheren Wert von 15,0 des DAX 30. Die DAX- Werte, welche nur mit einem durchschnittlichen KGV von 12,5 auf der Basis der Gewinnerwartungen der kommenden 12 Monate bewertet werden, dürften – externe Schocks ausgenommen – wenig Downside Potenzial aufweisen.

Gans anders die Situation in Japan und China, welche weitaus grössere Stahl- und Aluminium-Handelsbilanzüberschüsse als die EU mit den USA aufweisen. Im Shanghai SCI kotierte Aktien werden mit einem 2018e P/E von 18,43 und die im Nikkei 225 enthaltenen Anteilpapiere gar mit einem KGV (2018e) von 29,89 gehandelt. Beide Wirtschaften sind erheblich mehr als europäische auf Exporte getrimmt. Einschränkungen im globalen Handel haben deshalb ernsthaftere Konsequenzen für ihre Unternehmen. Die Marktvolatilitäten des Shanghai 28,89, bzw. 23.23 Prozent für den japanischen Nikkei 225 weisen Richtung Marktkorrekturen hin.

Text: Radovan Milanovic

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