Digitaler Wandel der Arbeitswelt – Findet bald alles virtuell statt?

Flexible Arbeitszeiten sind bereits seit geraumer Zeit deutlich verbreiteter als früher. Während zuvor der typische Nine-to-Five-Job wörtlich genommen wurde, wurden bereits vor einer Weile die Gleitzeiten eingeführt, mit denen Angestellte flexibler über ihre Arbeitszeiten entscheiden konnten. Der neuste Trend geht allerdings noch einen Schritt weiter, denn zunehmend ermöglichen es Vorgesetzte ihren Mitarbeitern, zumindest tageweise von zuhause aus zu arbeiten. Dazu kommt die zunehmende Anzahl der sogenannten „digitalen Nomaden“, die vollkommen online von Zuhause bzw. jedem Ort der Welt arbeiten, ohne an feste Arbeitszeiten oder ein Büro gebunden zu sein. Auch 2018 lässt sich dieser Trend weiterhin stark erkennen. Werden Büroräumlichkeiten in Zukunft wohl überflüssig? Findet das Arbeitsleben mit der zunehmenden Internationalisierung bald zu 100% virtuell und „remotely“ statt?

Die Welt, in der wir heute leben, wird immer digitaler und globaler. Ländergrenzen haben in der Arbeitswelt bereits seit Langem an Bedeutung verloren, finden der Arbeitsalltag, Konferenzen und Co. doch inzwischen immer mehr auf virtueller Ebene statt. Körperlich tatsächlich vor Ort zu sein, verliert an Bedeutung. Die Arbeitswelt ist im Wandel, und die Arbeitgeber und -nehmer passen sich an: Durch das Arbeiten von zuhause, bzw. „Remote Work“, das heißt, nicht im Büro, sondern ganz einfach an einem anderen Ort. Die Vorteile zeigen sich sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer, so freuen sich die Arbeitgeber über niedrigere Raumkosten und geringere Krankenstände durch zufriedenere Mitarbeiter, diese wiederum gewinnen an Freizeit und Flexibilität und können ihre Work-Life-Balance selbst bestimmen. Wer vollkommen selbst für seine Arbeitszeiten, -orte und Aufträge verantwortlich sein will, arbeitet heute online. Vollkommen ortsunabhängig und selbstbestimmt arbeitet man einfach von seinem Laptop aus. Hierbei handelt es sich meist um die digitalen Nomaden.

Online lassen sich verschiedene Services anbieten. Dabei kommt die Remote Work in sämtlichen Branchen zum Einsatz, besonders wenn man viel schreibt, programmiert, designt oder telefoniert bietet es sich geradezu an, nicht in ein Büro zu müssen. Verschiedene Plattformen sind bereits aus diesem Trend entstanden und bringen Kunden und Freelancer zusammen. Am verbreitetsten sind hier das Verfassen von Texten und Übersetzungen oder auch das Gestalten von Websites, Grafiken, Apps etc. Auch eigene Blogs gehören hier dazu. So ist Bianca Cheah-Chalmers bspw. inzwischen als Bloggerin und auf Instagram berühmt. Eine weitere Strategie ist das Affiliate-Marketing. Durch das strategische Platzieren von Werbung für den Affiliate-Partner entsteht das Einkommen durch Kommissionen. Ralf Schmitz ist ein solcher Internet-Marketer, der mit seiner Firma im Affiliate-Marketing im vergangenen Jahr fast 2 Millionen Euro verdiente. Was Online ebenfalls immer mehr verbreitet wird, ist das Anbieten von Kursen und Coaching-Diensten im Internet. Dies lässt sich inzwischen in allen Bereichen finden, wie etwa Hilfestellung zum Arbeiten online, Fitnesskurse, Ernährungstipps und mehr. Profi Pokerspieler Jason Somerville dagegen hat eine neue Nische entdeckt und coacht über das Internet das Pokern, außerdem kann man ihm auf Twitch in seinen Live-Streams verfolgen.

Die Möglichkeiten, online zu arbeiten sind inzwischen so vielseitig wie das Internet selbst. Sie alle haben aber etwas gemein; sie ermöglichen ein ortsunabhängiges und selbstbestimmtes Arbeiten. Dabei ist der Trend des Digitalen-Nomaden-Daseins besonders bei jenen beliebt, die sich durch ihre Arbeit online die Möglichkeit zu Reisen verdienen. Ohne an einen Ort gebunden zu sein, lässt sich von jedem Ort der Welt arbeiten, solange es eine Internetverbindung gibt. Besonders beliebt sind Länder in Südostasien, wie etwa Thailand oder Bali. Was hier besonders vorteilhaft ist, ist zudem die Möglichkeit der Geo-Arbitrage. Hierbei werden unterschiedliche Lohnniveaus und Lebenshaltungskosten ausgenutzt: Das Gehalt kommt im stärkeren US-Dollar oder gar Euro auf das Konto, leben tut man allerdings mit günstigen Rupien oder Baht. Selbst mit einem für deutsche Verhältnisse geringem Einkommen lässt es sich so an günstigen Orten besonders gut leben.

Was zunächst besonders den Wunsch nach selbstbestimmter Arbeit durch die Generation Y begonnen hat, ist inzwischen in allen Generationen ein beliebtes Modell. Ob in der Zukunft wohl sämtliche Arbeit auf digitaler Ebene ausgeführt und die „Remote Work“ oder das Dasein als digitaler Nomade immer verbreiteter wird?

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