Die Mega Fusion von CVS Health Corp. und Aetna Inc., wegweisend für Europa

Zwei Marktführer werden noch grösser

CVS Health Corp. (CVS.N) ist ein Gesundheits-Dienstleister für Senioren. Seine Kernkompetenzen liegen im Pharma- und Gesundheitssektor sowie der Seniorenbetreuung nach der Massgabe von Obamacare. Die Gesellschaft betreibt unter anderem eine Kette von 23 Apotheken, 13 Apotheken-Bestelldienste , 84 Kliniken für Infusionen, Blutwäsche…, sowie 73 Ambulatorien in 41 Bundesstaaten. Nach erfolgter Gesundheitsreform dürfte sowohl der Umsatz als auch die Rentabilität der CVS-Aktivitäten erheblich ansteigen. Wobei die Bewertungs-Ratios jetzt schon tiefer als die Vergleichszahlen des Sektors sind. So liegt das KGV im 5-Jahres-Mittel von 34,8, (Branchendurchschnitt 48,3) und das Preis-/Buchverhältnis bei nur 2,2 (30,0). Das ROI beträgt 7,5 (6,9) und das ROE 13,3 (12,8) Prozent. Das Umsatz-Wachstum im 5-jahres Vergleich liegt bei 10,6 (10,9) Prozent, das Gewinn-Wachstum pro Aktie hingegen bei 13,6 (8,2) Prozent.

Aetna Inc. (AET) ist Americas grösster Anbieter von Versicherungen für Unternehmen im Personalbereich. Er deckt drei Segmente ab: Krankenkassen-, Gruppen-Versicherungs- und Pensionskassen-Dienstleistungen. Mit der Neuausrichtung oder Ablösung von “Obamacare” gehört Aetna Inc., wenn es denn soweit ist, zu den grössten Profiteuren der neuen Gesundheitspolitik. Die Bewertungs-Ratios liegen günstiger als der Sektor. So liegt das KGV im 5-Jahres-Mittel von 34,8 (Branchendurchschnitt 43,2), einem Preis-/Buchverhältnis von nur 3,8 (5,6). Das Umsatz-Wachstum im 5-jahres Vergleich beträgt 13,3 (10,3) Prozent, das Gewinn-Wachstum pro Aktie hingegen bei nur 4,2 (11,1) Prozent.

Klassische, vertikaler Unternehmensbildung – Steigerung der Rentabilität durch Synergien

Das Timing des Zusammenschlusses fällt genau in die Zeit der Abstimmung des Senats über die Abschaffung von Obamacare. Andere Versicherungsgesellschaften sind auch in den Startlöchern, um den Kampf für neue Krankenkassenkunden aufzunehmen. Denn in Zukunft wird jeder Einwohner, welche über keine Gesundheitsversicherung verfügt, zu einer Steuerstrafe von 2,5 Prozent des Haushaltseinkommens oder USD 695,00 gebüsst. Wobei der jeweils höhere Betrag fällig ist.

Bei einem vertikalen Zusammenschluss von Gesellschaften verschiedener, aufeinanderfolgenden Wirtschaftsstufen wird über bessere Effizienz und Produktivität eine höhere Profitabilität erhofft. Denn den Kunden beider Gesellschaften können in Zukunft alle Dienstleistungen des neuen Unternehmens angeboten. Dem Versicherungs-Kunden beispielsweise wird eine breite Palette von Dienstleistungen vorgegaukelt. In Wahrheit wird dieser jedoch weniger Wahlmöglichkeit haben, da er nur zu Dienstleistungen im gleichen Konzern Zugang haben dürfte. Solche In-House Geschäfte optimieren in grossen Masse die Profitabilität.

Da die Gesundheitskosten in Europa explodieren, könnten Zusammenschlüsse von Krankenkassen und Kliniken auch in Europa stattfinden. Ein Mittel, um die Kosten im Gesundheitswesen zu dämpfen. Auf der Strecke bleiben die Freiheiten der Versicherten wie die freie Arztwahl sowie eine individuelle und auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Betreuung im Krankheitsfall.

Text: Radovan Milanovic

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