Die Konsolidierung der Bankbranche in Deutschland geht weiter

Die Deutsche Bundesbank veröffentlichte die neusten Entwicklung der volkswirtschaftlich wichtigen Bankenbranche und gab bekannt, dass sich die Konsolidierung des deutschen Bankensektors auch in 2018 fortsetzte. Die Anzahl der Institute ist – gemäss der Deutschen Bundesbank – aber aufgrund von Neuzugängen im Rahmen der Vorbereitung europäisch und international agierender Banken auf den Brexit nicht so stark zurückgegangen wie im Vorjahr. Im Jahresverlauf sank die Gesamtzahl der Kreditinstitute um 40 auf 1.783 Institute. Dies entspricht einem Rückgang von 2,2 % gegenüber minus 3,4 % im Jahr 2017.

Die Konsolidierung der Bankbranche in Deutschland geht weiter
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Konsolidierung der Finanzbranche eine Folge struktureller Veränderung und des Kostendrucks

„Der Bankensektor erlebt strukturelle Veränderungen. Grund hierfür sind vor allem das Niedrigzinsumfeld, die herausfordernde Wettbewerbssituation sowie die Digitalisierung, die hohe Investitionen und Anpassungen von den Banken erfordert. Insofern sind auch in den kommenden Jahren weitere Fusionen im Bankensektor zu erwarten“, kommentierte Bundesbankvorstand Joachim Wuermeling die Entwicklung. „Es ist ein gutes Zeichen, dass sich die Banken angesichts rückläufiger Erträge aus eigenem Antrieb um effiziente Strukturen bemühen“, so Wuermeling weiter.Insgesamt wurden 31 Zugänge sowie 71 Abgänge von Kreditinstituten verzeichnet. Von den Abgängen waren allein 40 (2017: 57) auf Fusionen im genossenschaftlichen Sektor zurückzuführen. Die Zahl der Institute des Genossenschaftsbereichs sank damit auf 864, was einem Rückgang von 4,4 % entspricht. Im Sparkassensektor schlossen sich fünf (2017: 13) Sparkassen zusammen, zwei Landesbanken wurden anderen Bankengruppen zugeordnet. Somit verbleiben 386 Sparkassen und sechs Landesbanken. Die Zahl der Kreditbanken nahm 2018 um acht auf 398 Institute zu. Dabei entfielen sechs Zugänge sowie zehn Abgänge auf die „Regional- und Wertpapierhandelsbanken und sonstigen Kreditbanken“, Ende 2018 gehörten 182 Institute dieser Gruppe an. Die Zahl der „Zweigstellen ausländischer Banken und Wertpapierhandelsbanken“ erhöhte sich mit 22 Zugängen und zehn Abgängen deutlich auf 212 Zweigstellen (vgl. Tabelle 1). Der bevorstehende Brexit hat wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen.Anzahl inländischer Zweigstellen stark gesunkenDie Zahl der inländischen Zweigstellen[1] verringerte sich 2018 sehr deutlich um 2.239 bzw. 7,4 % auf 27.887, nach einem Abbau von 1.900 Zweigstellen im Vorjahr. Diese Größe umfasst klassische Filialen sowie Stellen mit Selbstbedienungs-Terminals und zusätzlicher Beratungsmöglichkeit. Reine Selbstbedienungs-Terminals sind in diesen Zahlen nicht enthalten. In der Entwicklung spiegelt sich der Einfluss der Digitalisierung auf die Vertriebswege aufgrund einer verstärkten Nutzung von Online-Zugängen wider.„Filialschließungen sind für den Verbraucher im Einzelfall bedauerlich“, betonte Wuermeling. „Wir haben jedoch in Deutschland weiterhin ein breites Filialnetz. Kunden können also zunehmend digitale Angebote nutzen, ohne auf persönliche Ansprechpartner verzichten zu müssen, die im Bankgeschäft nach wie vor einen hohen Stellenwert einnehmen.“ Die Zahl der Filialen sank per Saldo in nahezu allen Sektoren des Kreditgewerbes – außer bei Zweigstellen ausländischer Banken und Realkreditinstituten. Ein deutlicher Rückgang war abermals im Sparkassenbereich (einschließlich Landesbanken) mit minus 442 auf 9.732 Filialen zu verzeichnen. Damit fiel die Gesamtzahl in diesem Sektor erstmals unter die Grenze von 10.000 Filialen. Mit einem Anteil von 34,9 % wird hier jedoch weiterhin die größte Anzahl inländischer Zweigstellen unterhalten.Im genossenschaftlichen Sektor wurden noch mehr Filialen abgebaut als im Sparkassensektor. Hier fiel die Zahl der Zweigstellen um 500 auf 8.955 (Anteil an inländischen Zweigstellen: 32,1 %).Die Kreditbanken verringerten die Zahl ihrer Zweigstellen am stärksten um 1.272 (minus 14,1 %) auf 7.770, dies entspricht einem Gesamtanteil von nun nur noch 27,9 %. Mit 6.298 (minus 522) Zweigstellen weisen die Großbanken nach wie vor den größten Anteil an Zweigstellen unter den Kreditbanken auf. Hier ergaben sich gegenläufige Entwicklungen. Doch die Konsolidierung der Finanzbranche dürfte weitergehen. Einerseits wird die bisher als Regionalbank klassifizierte DB Privat- und Firmenkundenbank AG durch die Fusion mit der Deutschen Postbank AG nun den Großbanken zugerechnet. Dadurch stieg die Zahl der Zweigstellen bei den Großbanken. Andererseits bauten die beiden fusionierten Institute 1.085 Inlandsfilialen ab. Das Zweigstellennetz der Regionalbanken verringerte sich deshalb vergleichsweise stark um 750 auf 1.303 Zweigstellen.Die Bausparkassen verzeichneten nur leichte Rückgänge: Im Bereich der öffentlichen Bausparkassen um minus 44 auf 485 Filialen, während im privaten Bausparkassensektor eine Erhöhung um 16 auf 872 festzustellen war. Die Zahl der Zweigstellen der „Sonstigen Institute (außer Bausparkassen)“ beläuft sich auf lediglich 73 (vgl. Tabelle 2).Weitere deutliche Abnahme der Auslandstöchter, jedoch leichte Erhöhung der Anzahl der AuslandsfilialenDie Zahl der im Ausland ansässigen Tochterunternehmen[2] verringerte sich Ende 2018 von 124 auf 97. Allein die Zahl der Töchter deutscher Großbanken nahm weltweit um 18 auf 68 ab, während die Regionalbanken die Auslandspräsenz um vier auf 15 Tochterinstitute abbauten.Hingegen stieg im vergangenen Jahr die Zahl der Filialen deutscher Kreditinstitute im Ausland leicht um zwei auf 226. Mehr als zwei Drittel aller Auslandsfilialen sowie etwas weniger als die Hälfte der Auslandstöchter befinden sich in Europa, vornehmlich in Ländern der Europäischen Union (vgl. Tabelle 3). Davon sind 27 Auslandsfilialen (2017: 26) und sechs Auslandstöchter (2017: neun) in Großbritannien angesiedelt.
Die Deutsche Bundesbank veröffentlichte die Statistik der Konsolidierung der Finanzbranche in 2018.

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