Die Besteuerung von Bitcoin und Co.

Die Gesetzgeber und Steuerbehörden hinken der Entwicklung der Krypto-Währungen hinter her

Trotz den erheblichen Risiken kann der Handel mit Krypto-Währungen sehr rentabel sein. Leider herrschen noch keine verbindliche detaillierten Regeln der Besteuerung von digitalen Währungen, da niemand die rasante Entwicklung des dynamischen Marktes vorausschauen konnte. Doch die Steuerbehörden werden in der Welt der Krypto-Währungen bestimmt bald neue Einnahmequellen finden. Eine erste Entscheidung fällte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in 2015. So sollen Umsätze mit Bitcoins den Devisen gleichgesetzt und nach EU-Recht in steuerbefreit sein. Die erste Richtung der Besteuerung gab die US-IRS vor.

USA – Vage steuerliche Definition in 2014

Das IRS (International Revenue Service) definierte die steuerliche Behandlung von Transaktionen mit virtuellen Währungen in der Notiz 2014-21. Krypto-Währungen unterstehen damit grundsätzlich als Eigentumswert den Bundessteuern (Federal Tax). Je nach Steuerpflicht wird dabei zwischen Geschäfts-, Investment-, oder Privatvermögen unterschieden. Kursgewinne oder -verluste erfolgen dann, wenn Bitcoins veräussert oder zur Zahlung von Gütern oder Dienstleistungen verwendet werden. Grundsätzlich gilt die FIFO-Methode zur Bestimmung eines möglichen Verlustes / Gewinnes. Private haben ebenfalls die Möglichkeit, die LIFO-Methode anzuwenden. Natürlich wählen Private die für sie steuergünstigere Variante, falls ihre Position an digitaler Währung als Vermögen und nicht als Wertschriften eingestuft wird.

Deutschland  – Gretchenfrage: Spekulatiosgeschäft oder nicht

In der Auslegung, ob und welche Steuerpflicht besteht, wird zwischen privaten und geschäftllichen Marktteilnehmern unterschieden. Also ob ein Handelsgeschäft sei es ein Kauf / Verkauf privat oder vor gewerblichem Hintergrund abgeschlossen wird. Die Realisierung eines Erfolges (Gewinn oder Verlust) entsteht durch die Verwendung der Krypto-Währung als Zahlungsmittel für Güter oder Dienstleistungen oder durch den Verkauf. Vom Gesetzgeber werden solche Geschäfte durch Private den “Spekulationsgeschäften” nach § 23 Abs. 1 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG)

unterstellt, vorausgesetzt, dass die Währung vor einer Haltefrist von einem Jahr veräussert oder Güter oder Dienstleistungen damit bezahlt worden sind. Denn nach der einjährigen Haltefrist sind solche Transaktionen in der Regel steuerfrei. Als Anschaffung digitaler Währungen gelten sowohl der Kauf, als auch das Mining. Tätigen Private umfangreiche Geschäfte mit Krypto-Währungen könnten diese als gewerblich eingestuft und somit steuerpflichtig werden. In einem solchen Fall gilt die steuerliche Freistellung nach der einjährigen Haltefrist nicht.

Es gibt bis jetzt erst zwei Bücher, welche sich mit der Thematik der Besteuerung digitaler Währungen Auskunft geben. Es sind dies Bitcoins. Eine Analyse der steuer- und handelsrechtlichen Behandlungsmöglichkeiten sowie das Taschenbuch Virtual Tax: The taxation of virtual currency (English Edition).

Schweiz: Steuerämter von Zug und Luzern mit Vorreiterrolle

Luzern: Newsletter durch die Dienststelle “Steuern” des Kantons Luzern am 15. November 2017

In einer knappen Stellungnahme verweisen die Steuerbehörden auf die Tatsache, dass Krypto-Währungen gemäss § 43 Abs. 1 StG (Steuergesetz) im Guthaben- und Wertschriftenverzeichnis als “übige Guthaben” aufzuführen seien. Als Eigentumsnachweis dient ein Ausdruck des Wallets, also der digitalen Brieftasche.

Das es sich bei digitalen Währungen um “bewegliche Privatvermögen” handle, seien Kapitalgewinne von diesen gemäss § 31 Abs. 1i StG steuerfrei. Nur bei Qualifikation als gewerbsmässiger Händler sind Gewinne als selbständige Erwerbseinkommen steuerbar. Sowohl das Schürfen (Mining) als auch Einkünfte von Bitcoin stellen steuerbare Einkommen dar.

Zug:  Merkblatt “Kryptowährungen – Steuern für Privatersonen vom 30. November 2017

Die Kantone Luzern und Zug stimmen bei Definition und Deklarationspflicht von Vermögen und Einkommen überein. Der Kanton Zug, das Schweizerische Krypton-Valley, geht noch einen Schritt weiter und beschreibt auch die Vorgehensweise bei Lohnzahlung in Bitcoins oder anderen Krypto-Währungen. Er unterscheidet auch, ob ein Schürfen im “Rahmen eines Arbeitsverhältnisses oder auf eigene Rechnung” erfolgt. Je nachdem handelt es sich um eine unselbständige (Nebenerwerb-) oder selbständige Tätigkeit. Bei gewerbsmässigem Handel sind einerseits die Gewinne steuerbar, anderseits die Verluste abzugbar, analog dem gewerbsmässigen Wertschriftenhandel.

Text: Radovan Milanovic

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