Der verlässliche Börsenbarometer, der VIX

Der Vola-Index und seine Prognosemöglichkeit

Untersucht man die Zuverlässigkeit des Volatilitäten-Indexes VIX seit Beginn des Monats Februar 2017, seitdem die Börsen weltweit grossen Turbulenzen ausgesetzt sind, zeigt das Börsenbarometer VIX eine erstaunlich hohe Genauigkeit seiner Bedeutung und Aussagekraft. Im konkreten Beispiel habe ich den VIX des S&P 500 Börsenindexes genommen, da dieser an der CBOE geführt und publiziert und gleichzeitg als Stimmungsbarometer für unsere Börsen betrachtet wird.

Ein VIX kann für jeden kotierten Wert mit regelmässigem Handel und guter Liquidität – ansonsten aufgrund von Kursverzerrungen – möglicherweise unkorrekte VIX-Werte zur Verfügung stehen würden, berechnet werden. Der Volatilitäten-Index ist auf täglicher Basis für Indices und Aktien für den DAX, den MDAX, SMI, …aber auch für sämtliche Aktien, welche in den Hauptindices enthalten sind, auf den gängigen Börsenportalen aufgeführt. VIX-Werte um 10 bis 12 weisen in der Regel auch bei steigenden Märkten, wie wir sie in Boomphasen gesehen haben auf keinerlei Nervosität der Anleger hin. Grössere negative Überraschungen können deshalb fast nur durch unvorhergesehene Ereignisse eintreten.

Hedge Funds Managers und ihre Antwort auf die volatilen Märkte

Investoren sehen rot, wenn ihr Portfolio Manager sein zur Verwaltung überlassenes Geld in Warteposition (Cash) hält, was dem Anleger nicht nur keinen Gewinn erwirtschaftet, sondern aufgrund der Verwaltungsgebühren Kosten generiert. Aus diesen Gründen sind Hedge-Funds und Fonds-Manager in den vergangenen Wochen und Tagen dazu übergegangen, Einzelpositionen abzugeben und mit den Erlösen in Benchmarkindices ihrer Anlageziele zu investieren. Neben den automatisierten Tradingprogrammen sowie Margen-Liquidationen haben einzelne zyklisch orientierte Branchen überdurchschnittlich Federn lassen müssen. Spätestens seit Jahresbeginn dürfte den Anlegern klar geworden sein, dass die Inflations- und deshalb Zinserwartungen vor allem in den USA nicht erfüllt werden können. Aus diesem Grunde sind in grössen Masse zinssensitive Werte wie Bankaktien aus den Portefeuilles gekippt worden. Die Folge: Ein Absacken von einzelnen Branchen und Branchenindices, welche aufgrund ihrer hohen Gewichtung auch die Hauptindices mitgerissen haben. So stiegen die Volatilitäten der klassischen Bankwerte auch hierzulande auf kritische Vola-Werte. Die Profis haben still und heimlich die Konsequenzen gezogen.

Das Resultat auf US-Seite ist klar ersichtlich: Seit Jahresbeginn gab der Banken-Branchensektor des S&P 500 4,3 Prozent nach, während der Basisindex S&P 500 im gleichen Zeitraum “nur” 2,0 Prozent korrigierte. Obwohl der US-Markt als Vorlaufindikator für die europäischen Börsen angesehen wird, reagieren unser Börsen bereits im Gleichschritt. Sowohl in Deutschland, Österreich und der Schweiz kann ein ähnlicher Trend erkannt werden. Der klassische Bankenwert, die Deutsche Bank, erinnert fast an den Supergau in Anbetracht der wichtigen Stellung und Systemrelevanz dieses Institutes. Die Aktie wies seit Beginn des Jahres einen Absturz von -24,5 (DAX – 5,9) Prozent auf. Und der DAX-VIX steht trotzdem noch bei 46,4. Ein Wert, der aufschreckt.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay

Das könnte Sie auch interessieren:

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.