Der Kampf der lokalen Platzhirsche TAKEAWAY.COM und DELIVERY HERO

Online Essensdienste liefern sich teure Revierkämpfe um Marktanteile. Die Situation erinnert an ein Haifischbecken. Trotz voller Auftragsbücher weisen die Bilanzen der Grossen Essensdienste wie Takeaway.com und Delivery Hero Verluste auf. Denn die Gewinnung neuer Kunden ist teuer. Denn im Essens-Bestell-Geschäft bleiben in der Regel die Kunden ihrem Dienstleister treu.

Nicht nur bei Online Essens Lieferdienste müssen hart kämpfen. Auch die Partner, die Restaurants, Gaststätten, Schnell- und Take-away- Betriebe kämpfen mit Kosten und harten Arbeitsbedingungen. Im Artikel “In Deutschland gehen die Köche aus” (gastroecho.de) gehen wir konkret auf diese Probleme ein.

Delivery Hero

Gerichte beschäftigen sich bereits mit der hypothetischen Frage, wer behaupten darf, in Deutschland “No. 1” zu sein. Bereits vor dem Börsendebut von Delivery Hero ist dem Unternehmen einen Maulkorb verpasst worden. Das Timing der Kotierung der Aktien fand zudem in einem psychologisch eher eher negativen Finanzumfeld statt. Tendenziell dürften die Kurse der Aktien nach der Kurspflege der emittierenden Banken eher nachgeben, bis der Markt zu fairen Bewertungen findet.

Takeaway.com

Trotz einem Umsatz- und Bestellwachstum von rund 45 Prozent in 2016 resultierte ein Verlust des Konzerns von EUR 30,0 Mio. Grund für das schlechte Abschliessen von Takeaway sind die Ausgaben für Marketing, welche auf EUR 51,0 Mio. (+37 Prozent) angewachsen sind. Rund 45 Prozent des Umsatzes gelangen somit direkt in das Budget “Marketing”.

Takeaway.com (A2ASAC)Delivery Hero (A2E4K4)
Aktueller Kurs /AktieEUR 37,38
USD 25,80
EmissionspreisEUR 23,00
EUR 25,50
EmissionsbetragEUR 328,0 Mio.EUR 996,0 Mio.
Kapitalisierung beim IPO EUR 993 Mio.EUR 4,4 Mrd.
Börsengang 30.09.2016 30.06.2017
Tochtergesellschaften Takeaway.com, LieferandoLieferheld, Pizza.de, Foodora, Foodpanda
Mitarbeiter (2016)7206.848
Umsatz2015: EUR 77 Mio.
2016: EUR 112 Mio.
2015: EUR 200 Mio.
2016: EUR 297 Mio.
TätigkeitsgebietBelgien, Deutschland, Frankreich, Grossbritanien, Niederlande, Österreich, SchweizDiverse Mittel- und Südamerikanische sowie arabische Länder, Deutschland, Slowakei, Tschechien, Griechenland
Erfolg ( – Verluste)2015: -EUR 20 Mio.
2016: – EUR 30 Mio.
2015: -EUR 174 Mio.
2016: -EUR 107 Mio.

Vergleich mit “Just Eat Holding Limited” aus Grossbritanien

So hart der Kampf um Marktanteile der Essensdienste in Deutschland, Österreich und der Schweiz auch ist, gegen “Just Eat” zu gewinnen, dürfte mittelfristig kaum möglich sein. Die Dimensionen zwischen “Lieferando” und “Takeaway” auf der einen Seite und “Just Eat” auf der anderen sind bezüglich Rentabilität nicht vergleichbar. “Just Eat” ist in Australien Brasilien, Dänemark Frankreich, Grossbritanien, Irland, Italien, Kanada, Mexiko, Norwegen, Neuseeland, Spanien und der Schweiz aktiv. Er arbeitet mit 71.000 Restaurant Partnern zusammen, bietet mehr als 100 verschiedene Arten von Speisen, beliefert 18.2 Mio. Kunden und arbeitet mit 2.370 Angestellten.

Text: Radovan Milanovic

Das könnte Sie auch interessieren: