Der Frust der Krypto-Miner

Block-Schwierigkeitsgrad, Inflationsschutz der Krypto-Währungen

Wegen des starken Home-Minings Aufkommens mittels Gaming-Grafikkarten sind sämtliche Block-Schwierigkeitsgrade seit Januar 2018 erheblich erhöht worden. Mittels Veränderung des Schwierigkeitsgrades wird die Zielmenge der “Blockproduktion” gesteuert um eine Verwässerung des Entgeltes an die Miner verhindert. Auf diese Weise ist das Home-Mining von Ethereum (ETH) mittels Grafikkarten vollständig zum Erliegen gekommen.

Anmerkung: Der Rückgang des Blockchain-Schwierigkeitsgrads bei Monero ist auf eine Änderung des Algorithmus zurückzuführen, um ein zu grosses Angebot durch Miner einzudämmen. Auf diese Weise wurde erreicht, dass nur noch bestimmte Miner-Geräte die benötigten CryptoNight-Algorithmen minen können

Grösste Anzahl Miner konzentrieren sich auf Bitcoin-Mining

Sowohl umsatzmässig, als auch betragsmässig geht an Bitcoin (BTC) kein Weg vorbei. Da sich sowohl kleinere Miner, als auch die meisten Mining-Farmen auf BTC konzentrieren, wird die Schraube des Schwierigkeitsgrads der Blockchainerstellung insbesondere für BTC noch stärker angezogen. Bis heute sind bereits rund 80,5 Prozent oder 16,9 Mio. der maximal festgelegten 21 Mio. BTC erstellt worden. Um diese Zielgrösse – neuesten Schätzungen zufolge – erst in ca. 2140 zu erreichen, wurde Ende 2017 davon ausgegangen, dass die Blockvergütungen alle zwei Jahre halbiert werden würden. Doch bereits heute wird der Schwierigkeitsgrad noch weitaus stärker angepasst.

Rentabilität des BTC-Minings unter Berücksichtigung der Hardwarekosten

Die Anpassung des Mining-Schwierigkeitsgrads senkt die Profitabilität der Miner in immer kürzeren Abständen. Dies verkürzt wiederum die Amortisationszeit der Mining-Geräte auf immer kleinere Perioden. Die progressive Abschreibung der Geräte beschert den Geräteherstellern goldene Geschäfte. Die Miner selbst haben das Nachsehen, denn sie werden neben den hohen Amortisationskosten mit tendenziell steigenden Energiekosten konfrontiert. Das de facto Monopol für BTC-Miner hielt bis gegen Ende 2017 der chinesische Hersteller Bitmain. Zwischen Dezember 2017 und Februar 2018 war der Antimainer S9 der geläufigste Miner, wobei die Hash-Leistung der SHA256-Miner mit jedem Produktionsbatch – begleitet mit Preiserhöhungen – nach oben angepasst wurde. Bitmain-Minergeräte weisen im Gegensatz zu Geräten der meisten neuen Hersteller am Markt den Nachteil eines grossen Energieaufwandes auf, welcher selbst unter der Annahme von Energiekosten von USD 0,1 kWh in der Regel 40 bis 50 Prozent des täglichen Brutto-Minerertrages auffressen. Ihr Wirkungsgrad ist somit extrem tief.

Text und eigene Berechnungen: Radovan Milanovic

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