Chinesische, digitale Mauer gegen Krypto-Währungen

Hatten die Notenbanker die Finger bei der neuerlichen Krypto-Währungs Korrektur im Spiel?

Bereits am Freitag begann der – zuerst langsame, dann immer mehr an Fahrt aufnehmende – Einbruch der Krypto-Währungen. Ebenfalls am Freitag zogen die Wertpapier-Händler und Aktien-Anleger geschockt ins Weekend, um am Montag einem weiteren Schreckenstag entgegen zu sehen. Während die Gründe der Aktienmarktkorrekturen in den USA klar sind, sucht man diese bei den Digitalwährungen vergebens. Ausser das wiederholende Mantra, die Blase sei geplatzt oder sei am Platzen. Objektiv betrachtet ist nichts weiter passiert, als Kurskorrekturen zu Preisen von Anfang / Mitte Dezember (bei Bitcoin Ende Oktober / Anfang November) 2017. Am Dienstag schien bereits wieder die Sonne: Die wichtigsten Krypto-Währungen zog es mit zweistelligen Prozenten wieder hoch.

Bei zu tiefen Kursen der Digital-Währungen fehlen der Wirtschaft die Blockchains

Da immer mehr Unternehmen und Staaten in Blockchain und Blockchain-Lösungen für effizientere und kostengünstigere Abwicklungen ihrer Dienstleistungen investieren, dürfte die Zukunft dieser Technologie gesichert sein. Doch die Preise solcher Währungen sind unter den heutigen Gesichtspunkten schwierig zu quantifizieren. Denn Blockchains entstehen durch Mining. Fallen die Kurse der geminten Krypto-Währung unter die Amortisationskosten der benötigten Hardware und die Energiekosten für das Mining der Blockchains, lohnt sich das Mining nicht mehr.

Chinas clevere Motive der modernen Chinesischen Mauer

Es drängt sich der wiederholte Verdacht auf, dass die Notenbanken mit allen Mitteln wieder die Kontrolle über die Zahlungsströme erreichen wollen. Insbesondere die chinesische Regierung zeigt sich äusserst erfinderisch im Zurückdrängen des Einflusses von Digital-Währungen. In diesem Sinne zog sie am Wochenende durch die Chinesische Nationalbank (People’s Bank of China, PBOC) eine neue “rote Linie”. Beijing sind sowohl offshore wie onshore Handelsplattformen für Krypto-Währungen und ICO’s ein Dorn im Auge. Die Regierung / PBOC will ihren Landsleuten sämtliche Zugriffe auf ausländische Crypto-Handelsseiten wie -Börsen, -Broker technisch unterbinden und eine (digitale) Chinesische Mauer erstellen. Diese besteht bekanntermassen schon für Google und Facebook. Der onshore-Markt hat bereits reagiert und bietet seine Dienstleistungen bereits offshore in HongKong, Singapour und Tokyo an. Chinesen auch mit wenig Internet-Kenntnissen dürften die Mauer jedoch auf einfachste Weise mittels VPN überwinden.

Krypto-Währungen basieren auf der Blockchain-Technologie. Und hier setzt das Eigeninteresse der Chinesen an. Bereits im Herbst 2017 wurden Pläne zu eigenen Blockchain-Technologien und einer Digital-Währung bekannt. Die PBOC testet bereits eine Versuchs-Krypto-Währung auf der Basis des chinesischen Yuan. Ziele für die eigene nationale Digitalwährung sind die Verbreitung von Bankdienstleistungen auch in entlegene Gebiete des riesigen Landes, die Eindämmung der Kriminalität (mittels Kontrolle der Zahlungsströme) sowie schnellere Verfügbarkeit von Zahlungen und somit effizienteren Handel, verbunden mit höherem Wirtschaftswachstum.

Werden nun alle “fremden Krypto-Elemente” aus dem Weg geräumt, ist die (alte) Ordnung wieder hergestellt. Und der Weg ist frei für “geordnete” (kontrollierte), nationale Lösungen. Doch ein Problem bleibt: Auch die neue chinesische Krypto-Währung muss geschaffen werden und mit dem Wirtschaftswachtum Schritt halten. So benötigt das anvisierte Wachstum immer mehr Blockchains. Das Verbot des Minings in China aus Gründen der Energieknappheit und der subventionierten Energien welche der produziertenden Wirtschaft zugestanden werden, dürfte deshalb gekappt werden. Denn es ist ausgeschlossen, dass Miner aus dem Ausland Blockchains für China minen würden. Denn kein ausländischer Miner würde als Lohn für die produzierten Blockchains eine chinesische, unkovertible Digital-Währung akzeptieren.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay

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