Cathay Pacific: Sorgen trotz steigender Passagierzahlen

Trotz besten Voraussetzungen, Cathay Pacific mit enttäuschendem Ergebnis

“Business Insider” hat soeben Cathay Pacific (CX) im Ranking der “weltweit besten Airlines” für das laufende Jahr um einen Platz zurückgestuft. CX belegt aber immer noch den hervorragenden Platz 4. Skytrax bewertet die Gesellschaft mit 5 Sternen, dem höchsten Rating.

Mit dem zunehmenden Wohlstand der Festlandchinesen steigt auch die Anzahl der Chinesen, die sich Auslandsreisen leisten können. Für 2017 rechnet China mit rund 145 Mio. ankommenden Touristen. Rund 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr, während bereits 129 Mio. Chinesen (+4,1 Prozent) ins Ausland verreisen dürften. Keine Frage, die Nachfrage nach CX Dienstleistungen wird ungebremst steigen.

Trotz der Rückendeckung durch HongKongs Regierung enttäuscht das Resultat der Airline mit einem Verlust von HK$ 2.051 Mrd. (EUR 223,2 Mio.). Kaum eine andere Airline geniesst so gute Voraussetzungen und Rückendeckung durch lokale Behörden. Ein Beispiel: Noch immer sperrt sich das Civil Aviation Department (CAD), den neuen Flughafen von HongKong, Chek Lap Kok (HKG) im Sinne des Open-Sky für weitere Fluggesellschaften, speziell für australischen Airlines zu öffnen. CAD verweist unter anderem auf die hohe Auslastung des Flughafens, welche mit rund 414.000 Flügen bereits knapp 99 Prozent erreicht hat. Der grösste Frachtflughafen der Welt fertigte im vergangenen Jahr 70,5 Mio. Passagiere ab.

Anderseits bewilligt das CAD, die der Ausweitung des Streckennetzes für Cathay Pacific (CX, HKG: 0293) nach Tel Aviv, Barcelona und Christchurch sowie die Erhöhung der Anzahl Flüge in die USA. Trotzem verbuchte CX für das erste Semester einen Verlust von HK$ 2.051 Mrd. (EUR 223,2 Mio.). Der Kampf um Marktanteile und der Konkurrenzdruck zwingen zu Kostensenkungen und zur Erhöhung des Auslastung (Ladefaktor).

Cathay Pacific: Einmaliger “Ausrutscher” oder Trendwende?

Das hartumkämpfte Airlinegeschäft kämpft mit tieferen Margen. Die grosse Unbekannte und gleichzeitig der grösste Kostenfaktor sind jedoch die Kerosinkosten. Um eine verlässliche Kalkulationsgrundlage zu erhalten, müssen diese (teuer) gehedgt werden. Trotz der starken Wirtschaftskraft HongKongs und Chinas zog der HK$ zum USD in den vergangenen 12 Monaten nur 0,9 Prozent an. CX weist dennoch auf “die Stärke des HK$” hin. Ein weiterer negativer Einfluss auf das Ergebnis wird in den höheren Wartungskosten – aufgrund der höheren Anzahl an Flugbewegungen – gesehen. Erst das nächste Quartals-/Seminarergebnis wird Aufschluss darüber geben, ob CX die Faktoren Kerosinkosten, Währungsentwicklung und Wartungskosten in den Griff bekommen hat.

Aufgrund positiver Geschäftsaussichten, tiefer Personalkosten,  hohem Umsatz pro Mitarbeiter, gesunder Eigenkapitalquote und einem konsolidiertem Buchwert von ca HK$ 14,20 konnten die Aktien an der Hong Kong Stock Exchange (HKEX) seit der Veröffentlichung des Semesterergebnisses von HK$ 11,55 auf HK$ 12,00 zulegen.

Text: Radovan Milanovic
Quelle: Cathay Pacific

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