Börsenliebling AIXTRON und seine aktuelle Bewertung

Börsenentwicklung folgt dem Umsatzwachstum

Die Zulieferindustrie für die Halbleiterindustrie ist hart umkämpft. Aixtron gehört zu den führenden Herstellern von Depositionsanlage für die Halbleiterindustrie. Unbestritten. In ihrer Pressemitteilung berichtet die Aixtron (AIXA) von einer Steigerung des Auftragseingangs in den ersten neun Monaten 2017 – bereinigt um Einmaleffekte – um 17 Prozent auf EUR + 197,9 Mio. Der Free Cash Flow stieg dabei von EUR – 38,0 Mio. auf EUR + 48,5 Mio. Die positive Geschäftsentwicklung zeigte sich bereits bei den Zahlen im H1 2017: Umsatzzunahme + 34 Prozent auf EUR 128,5 Mio.

Rentabilitäts-Kennzahlen immer noch nicht befriedigend

Dass ein steigender Umsatz nicht auch automatisch steigende Gewinne versprechen, zeigt der 9-monats Ausweis von Aixtron eindrücklich: Der EBIT (Gewinn vor Steuern Zinsen und Steuern) verbesserte sich zwar von EUR-29,3 auf EUR -8,2 Mio., ist jedoch immer noch tiefrot. Der Free Cash Flow stieg dabei von EUR -38,0 Mio. auf EUR +48,5 Mio. Der Nettoverlust reduzierte sich von EUR -30,4 auf EUR -9,3 Mio. Pro Aktie wird dabei ein Verlust von EUR -0,08 (EUR -0,18) erwirtschaftet

Alle Zahlen im Vergleich zur Vorjahresperiode.

 Aixtron im Bewertungsvergleich

Vergleichswerte
(Branche)
Aixtron (EUR 12,56)
KGV e201722,0 – 25,0
Price / Book3,1 – 4,53,8
Preis / Umsatz2,0 – 2,23,2
Preis / Cash Flow15,0 – 22,0-36,9

Chip-Industrie, starken Preis- und Marktrisiken ausgesetzt

Die Halbleiterbranche ist äusserst kapitalintensiv. Grösstenteils bedingt durch hohe Investitionen in die Produktion welche aufgrund des rasanten Technologiefortschritts schnell in kurzer Zeit abgeschrieben werden müssen. Zudem führen die steigenden Preise seltener Metalle zur Herstellung von Computerhardware (Chips, CPUs, Motherboards…) zu sinkenden Margen, da höhere Produktionskosten aufgrund des umkämpften Marktes in den seltensten Fällen auf die Produktpreise abgewälzt werden können.

Aufgrund der Branchenrisiken weisen die Aktien von Chip-Herstellern und deren Zulieferern, zu denen auch Aixtron gehört, im Vergleich zu Vertretern der “Old-Economy” relativ tiefe Aktienbewertungen auf der Basis konventioneller Bewertungskriterien auf. Hohe Erwartungen in die Gewinnentwicklung einzelner Vertreter der High-Tech Industrie haben jedoch dazu geführt, dass diese rund 20 bis 25 Prozent höher gehandelt werden als bei der Anwendung des “Fair Value”-Ansatzes.

In den kommenden Tagen wird es sich zeigen, ob die Börsianer auch im Falle von Aixtron die alte Börsenweisheit “sell on good news” befolgen.

Text: Radovan Milanovic

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