Börsen – nichts sehen, nichts hören, nichts sagen

…”es kann nicht sein, was nicht sein darf”, Christian Morgenstern

Die Inflationsgefahren, als Auslöser der längst fälligen Korrektur, speziell der amerikanischen Börsen, und im Gefolge die übrigen Börsen waren längst bekannt. Doch es wurde gewissentlich darüber hinweg gesehen. Bereits vor Monaten haben wir – als unabhängiges Finanzportal – auf die Gefahren der hohen Bewertungen der Börsen hingewiesen. Finanzanalysten bewerten Aktien nach Bewertungs-Kennzahlen, den Aktien-Ratios. Sämtliche dieser Kennzahlen enthalten den Paramenter “Marktzinsen” oder “Kreditzinsen”. Ziehen diese an, steigen die Aktien-Bewertungen und werden historisch gesehen zu teuer. Ich werde in den kommenden Tagen Markt-Bewertungen bekannter Aktien unter Berücksichtigung der Zinsentwicklung vornehmen, damit Sie sich ein Bild über die Kursübertreibungen machen können.

Die Markttechnik zeigt klar die weitere Entwicklung des Dow Jones Indexes

Die Dämme sind gebrochen, Pessimisten sehen gar einen Rückgang des wichtigsten US-Börsenbarometers für einen Zeitraum von bis zu vier Monaten. Zur Beschleunigung der Abwärtsspirale haben auch diesmal die Liquidierung der auf Kredit erworbenen Anlagen geführt. Zudem haben Handelsprogramme, welche nach technischen Markt-Kriterien handeln, das Szepter übernommen. Diese Algo-Trader, sind nur auf “Kaufen und Verkaufen” programmiert und arbeiten autonom, also selbständig auf Autopilot. Die Hedge-Fonds, welche ebenfalls solche Handelsprogramme einsetzen, haben die Chance erkannt und können den Markt nach Belieben für sich einnehmen. Sollte sich der Dow Jones Index leicht erholen müsste er vorerst Widerstände bei 24.719.22, dann bei 25369.13 und schliesslich  bei 26.214.60 überwinden. Doch dazu dürfte es in dem kommenden Wochen kaum kommen.

Ein weiterer Rückgang dürfte bei 14.140.91 Boden finden, um dann die Aufwärts-Gaps von 23.997.16 bis 23.937.71, bzw. 23.830.69 nach unten zu schliessen. Eine gute Bodenbildung findet der Dow Jones Index bei 23.259.93 bis 23.580.98 welche wieder einen Trading-Range bilden könnte bis sich ein Kurstrend findet. Der 20-tägige Durchschnitt verläuft bei 25.891.00, der 50-tägige bei 25.031.20 und der längerfristige (100-tägige) bei 24.005.20.

Seit 1928 musste der US-Leitindex fünf ähnlich grosse Einbrüche hinnehmen. Am Folgetag stieg der Dow Jones zweimal rund 2,5 Prozent, dreimal brach er weiter ein, nämlich weitere 6,4 Prozent. Statistisch gesehen besteht somit die Möglichkeit für weitere Kursrückgänge.

Um Währungsturbulenzen und allzu starke Bewegungen am Finanz- und Kapitalmarkt (Anleihen) zuvorzukommen, ist nicht auszuschliessen, dass die Notenbanken in den nächsten Tagen mittels Offenmarktaktivitäten die Märkte zu beruhigen versuchen.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay

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