Boeing 737 MAX – geraten die Flugpreise ins Wanken?

Grounding der 737 MAX Flugzeuge beeinträchtigt die Ergebnisse der Airlines

Air Canada (AC.TO) hat als erste Fluggesellschaft des amerikanischen Kontinents mit dem Grounding des Modells 737 MAX begonnen und betreffenden Fluggäste auf andere Flüge und Flugzeugtypen umgebucht. Mit dem global steigenden Flugverkehrsaufkommen stieg der Ladefaktor der meisten Fluggesellschaften weiter an. Bei AC.TO lag er in den ersten 9 Monaten 2017 bei 85,3 und betrug im gleichen Zeitraum in 2018 schon bei 85,9 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnen die Analysten mit einer Spanne von 86,2 bis 86,4 Prozent. Obwohl die Boeing 737 MAX Flugzeuge nur 6,5 Prozent der gesamten Flotte von insgesamt 368 Flugzeugen ausmachen, gaben die Kanadier bekannt, dass der Ausfall dieses Modells das Geschäftsjahr 2019 belasten wird. Denn ihre 737 MAX Flotte ist täglich bei 75 Flügen (von weltweit 1.600 Flugbewegungen) eingesetzt worden. Bis Ende 2019 rechnete Air Canada mit der Auslieferung weiterer 36 Maschinen. Noch zeigt sich die Airline optimistisch und rechnet nur einer temporären, negativen Beeinflussung der Geschäftsresultate.

United Airlines (UAL) sprach ebenfalls von einer Beeinträchtigung der operativen Ergebnisse, sollten die Flugzeuge noch während dem (besonders geschäftigen) Sommer-Fluggeschäft am Boden bleiben. Die betreffenden Flugzeugtypen bedienten täglich 40 Flüge von UAL.

Sämtliche Airlines, welche entweder Teile der Boeing-Flotte stillgelegt oder bereits mit der Auslieferung der bestellten 737 MAX gerechnet und ihre Flugpläne mit ihnen disponiert haben, dürften sich in der gleichen Lage befinden. Boeing anderseits dürfte mit erheblichen Kompensationsforderungen überzogen werden.

Drohen Flugpreiserhöhungen wegen dem Grounding der 737 MAX?

Zu den Airlines, welche bereits am meisten Boeing 737 MAX 8 Flugzeugen in Betrieb halten, gehören Southwest Airlines (280 bestellt, 31 ausgeliefert), GECAS (GE Capital Aviation Services (176 / 25)) American Airlines (100 / 24), Air Canada (61 / 24),… United Airlines (137 / 14). Das Modell wurde durch Boeing als besonders kostengünstig angepriesen. So soll der in der Airline-Industrie wichtige Kostenparameter, der CASM (Cost per available Seat Mile), also die Kosten pro verfügbarer Sitzmeile, wegen Treibstoffeinsparungen und höherer Sitzzahl pro Flug rund 11 Prozent tiefer liegen als beim vergleichbaren Flugzeug, dem Airbus A320.

Die hohen Ladefaktoren von Southwest Airlines (LUV), American Airlines (AAL) und United Airlines von 83,5, 82,6 bzw. 83,0 lassen kaum viel Spielraum, um wegfallende Flugzeuge mit eigenen, noch verfügbaren zu ersetzen. Hohe Ladefaktoren stehen Kapazitätsengpässe und steigende operative Kosten (höherer Kerosinverbrauch), also ungünstigere CASM, gegenüber. Ohne Fragen wird das Ereignis die Ergebnisse dieser Airlines beeinträchtigen. Die Passagiere dürften somit mit höheren Flugtarifen zur Kasse gebeten werden.

Die Aktien von LUV legten in den vergangenen 5 Tagen von (USD 50,54) auf USD 51,39 (+1,7 Prozent) zu, jene von AAL (USD 31.43) und UAL (USD 81,68) gaben leicht um 1,5 bzw. 0,2 Prozent nach. Während sich AC.TO-Papiere im gleichen Zeitraum um 3,4 Prozent auf CAD 31,68 ermässigten.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay, Creator: MichaelGaida

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