BMW zementiert seine China-Präsenz

BMW verkauft in China mehr als doppelt so viele Fahrzeuge wie in Deutschland

Europas Automarkt ist im höheren Preissegment gesättigt. Die USA-Geschäfte dürften schwierig werden,

denn sowohl Strategie als auch der künftige Absatz lassen sich wegen drohenden Handelshemmnissen nicht klar planen. Bleibt der Riesenmarkt China mit den aufstrebenden jungen Wohlstandchinesen. Genau diesen Markt wird für die Münchner immer wichtiger. Hinweise wie solide sich der Autokonzern in China bereits etabliert und sein Revier abgesteckt hat, zeigen die Verkaufszahlen des ersten Quartals 2018. Während in Europa 270.553 Fahrzeuge abgesetzt worden sind (- 1,1 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode, Deutschland: 76,705 Einheiten oder -4,7 Prozent), waren es in Asien bereits 212.356 (+ 6,3 Prozent), wovon in China 152.942 Einheiten (+ 7,1 Prozent). Der Konzern setzte somit  doppelt so viele Autos in China wie in Deutschland ab. Zu den Wachstumstreibern des Konzerns der beiden ersten Monate gehörten der BMW 1er (53.727 / + 27,8 Prozent), der BMW X1 (77.296 / + 17,0 Prozent) und der BMW 5er (94.733 / +13,5 Prozent). Allesamt margenträchtige Modelle.

BMW’s Erfolg bestätigt sich am 15. Auto China in Beijing 2018

Chinas junge Elite weiss was sie will, nämliche wegweisende, prestigeträchtige Autos der Nobelmarken welche den neuesten technischen Stand aufweisen. Beijings Autoausstellung findet vom 25. April bis zum 4. Mai 2018 statt. Der Trend geht klar Richtung Elektrifizierung. BMW, ein Garant für Luxus, Komfort und zukunftsgerichtete Innovationen spricht deshalb die obere Mittelklasse an, bei der der Preis eine untergeordnete, das Prestige jedoch eine grosse Rolle spielt. Gleich zwei Weltpremieren präsentieren die Münchner in Beijing, das BMW ConceptiX3-Auto sowie der neue X4. Gespannt wartet der Autobauer auf die Reaktion der Präsentation des X3 aus chinesischer Produktion.

BMW geht an den Börsen seinen eigenen Weg

Fokussiert sich ein Autohersteller hauptsächlich auf den Massenmarkt, also dem Tief- und tieferen Mittelpreissegment, sind die Margen dünn und die konjunkturelle Abhängigkeiten (Wirtschaftswachstum, Kapital- und Zinsveränderungen) gross. Ein Lüftchen am Wirtschaftshorizont, wie der abflauende Optimismus der Einkaufs-Manager (sh. die leichte Verschlechterung des IFO-Indexes), und die Kurse geraten ins Wanken. Exzellente Beispiele waren die Kursrückgänge europäischer Autowerte wie Fiat Chrysler, Peugeot, Renault und VW, während sich BMW-Aktien beinahe immun erwiesen und nur marginal an Wert verloren haben. Obwohl ebenfalls zum Luxus-Segment gehörend, geben die Mercedes-Aktien seit Mitte Januar nach. Die heutige Bilanzpressekonferenz dürfte unter den Motto “steigender Umsatz bei fallender Umsatzrendite” stehen. Das Management dürfte sich auch zum Thema “feindliche Übernahme” durch den chinesischen Auto-Magnaten Li Shufu äussern und mögliche Abwehrstrategien vorstellen. Bestünde die Gefahr einer feindlichen Übernahme durch Aktionäre zur Disposition, hätte der DAX wahrlich einen neuen High-Flyer.

Text: Radovan Milanovic

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