Blockchain erreicht bald Porsche-Fahrer

Porsche Panamera ab 2021 mit Blockchain Technologie

Die Blockchain-Technologie ist erst in ausgereiftem Stadium

sicher, wovon Entwickler und Anwender noch weit enfernt sind. Speziell die Clouds-Technik bietet vor einer breiten Anwendung immer noch grosse Herausforderungen. Ein potentes Risiko von Blockchain bemisst sich im Grad der optimalen Sicherheit der Abschottung gegen mögliche Eindringlinge von Clouds. So geschehen bei Tesla. So sollen Hacker in den Amazon Cloud Account eingedrungen und diesen zum Minen von Krypto-Währungen missbraucht zu haben. Aber nicht das Minen gab gross zu denken. Nein, es war die Sorglosigkeit eines eines High-Tech Unternehmens, welches technische Daten von höchster Brisanz ungeschützt in einer Cloud lagerte. Durch das Eindringen in die Tesla Clouds hatten die Hacker Zugriff zu geheimen Forschungs- und Entwicklungsdaten. Denn diese sollen nicht durch Passworte geschützt.

Modernstes IoT (Internet of Things) und künftig die Ökonomie der Maschinen (Machines to Machines = M2M) werden die heutige Anwendung von Blockchains ablösen. Diese Entwicklung zeigen die fast unbegrenzten Möglichkeiten der Anwendung von Blockchains. In Zusammenarbeit mit dem Berliner Startup XAIN will Porsche mit dieser Technologie zuerst den Porsche Panamera ausrüsten. Als erste Anwendungen werden dabei Zugangsberechtigungen für das Fahrzeug für ein oder mehrere Berechtigte gesehen. Möglich sind dabei auch temporäre wie zeitlich limitierte Berechtigungen. Der “Private (crypto) Key” ersetzt dabei den physischen Autoschlüssel. Mit diesem kann sich der Besitzer des Autos mit seinen Berechtigungen legitimieren wie beim Tanken. Nach einem Tankvorgang mittels “Private Key” kann der Bezug abgerechnet und der fällige Betrag belastet werden.

Text: Radovan Milanovic

Sichere und schnelle Transaktionen dank dezentralem Protokoll

Der Zuffenhausener Sportwagenhersteller testet gemeinsam mit dem Berliner Start-up XAIN Blockchain-Anwendungen direkt im Fahrzeug. Damit hat Porsche als erster Automobilhersteller die Blockchain in einem Auto implementiert und erfolgreich verprobt. Transaktionen, die auf der Technologie basieren, sind sicher und können gleichzeitig deutlich schneller abgewickelt werden als zuvor. Die getesteten Anwendungsfälle reichen von der Ver- und Entriegelung des Fahrzeugs per App über zeitlich befristete Zugangsberechtigungen bis hin zu neuen Geschäftsmodellen durch verschlüsseltes Datenlogging. Das kann beispielsweise für die Verbesserung autonomer Fahrfunktionen weiterentwickelt werden.Die Blockchain ist ein verteiltes Protokoll für Daten-Transaktionen zwischen Geschäftspartnern, das auch den bekannten Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum zugrunde liegt. Jede Veränderung ist dort in chronologisch aufeinanderfolgenden Datenblöcken erfasst – transparent und fälschungssicher. Das birgt laut Oliver Döring, Finanzstratege bei Porsche, enormes Potenzial: „Wir können damit Daten schneller und sicherer übertragen und unseren Kunden so in Zukunft noch mehr Komfort bieten, sei es beim Laden, Parken oder um Dritten, wie etwa einem Paketzusteller, temporären Zugang zum Fahrzeug zu gewährleisten. Wir übersetzen die innovative Technologie direkt in Kundennutzen.“Die entwickelten Services auf Basis der Blockchain sind schnell und sehr sicher. Das Auto wird Teil der Blockchain, sodass eine direkte offline Verbindung möglich ist, also ohne Umwege über einen Server. Der Prozess des Öffnens und Abschließens des Autos per App ist so mit einer Dauer von 1,6 Sekunden bis zu sechs Mal schneller als bisher. Darüber hinaus findet eine effiziente kryptographische Verschlüsselung statt. Dieser Vorgang sorgt dafür, dass alle Aktivitäten unveränderbar in der Blockchain dokumentiert und via App einsehbar sind. So können Zugangsberechtigungen auch digital sicher verteilt und jederzeit vom Fahrzeugbesitzer nachverfolgt werden. Der Zugriff funktioniert auch aus der Ferne, also Remote.
Neue Geschäftsmodelle durch Blockchain im Fahrzeug

Die Technologie ermöglicht es außerdem, zeitlich befristete Zutrittsberechtigungen zum Fahrzeug zu vergeben – auf sichere und effiziente Art und Weise. Mit der Blockchain kann eine geschützte Verbindung zu Fahrzeugdaten und -funktionalitäten hergestellt werden. Gleichzeitig sichert sie jegliche Kommunikation zwischen allen Teilnehmern ab. Drittanbieter können ohne zusätzliche Hardware und lediglich über sogenannte „Smart Contracts“ eingebunden werden. Smart Contracts sind automatisierte Verträge, die Transaktionen auslösen, wenn vorher definierte Voraussetzungen eintreten. Das bedeutet, dass die Vertragseinhaltung technisch sichergestellt wird. „Mit dieser modernen Technologie unterstützen wir auch unsere Elektromobilitätsoffensive: angefangen bei der schnelleren, einfacheren und sichereren Authentifizierung an der Ladesäule bis hin zum Bezahlvorgang“, sagt Uwe Michael, Leiter Entwicklung Elektrik/Elektronik bei Porsche.Der Sportwagenhersteller arbeitet zudem an neuen Geschäftsmodellen auf Basis der Blockchain: Über sogenanntes auditierbares Daten-Logging werden zu verarbeitende Daten lokal in einer verteilten Blockchain verschlüsselt. Die Kontrolle über die Daten liegt beim Nutzer, er entscheidet über deren Verwendung für bestimmte Situationen. Sämtliche Aktivitäten werden in der Blockchain dokumentiert, Löschvorgänge werden so transparent gemacht. Auf dieser Basis kann autonomes Fahren in Zukunft mit verbesserten Funktionen angeboten werden: Mit Hilfe lokaler Daten können regionale Lerneffekte erzielt und diese sicher mit anderen Fahrzeugen geteilt werden. Der Kunde kann Schwarmdaten nutzen, gleichzeitig sind sie aber geschützt.
Das Start-up XAIN hatte im Sommer des vergangenen Jahres den ersten „Porsche Innovation Contest“ zum Thema Blockchain gewonnen und sich gegen mehr als 100 weitere Bewerber durchgesetzt. Im Anschluss haben fachbereichsübergreifende Teams von Porsche gemeinsam mit XAIN innerhalb von drei Monaten Anwendungsfälle entwickelt und getestet, die Blockchain wurde mit einem energieeffizienten Mining-Verfahren von XAIN in den Porsche-Panamera gebracht. Darüber hinaus arbeitet Porsche aktuell an weiteren Anwendungsfällen der Technologie, beispielsweise auch im Umfeld Laden und Parken.

XAIN bietet unterschiedliche Lösungen im Bereich Blockchain und künstlicher Intelligenz an, ein besonderer Fokus liegt auf intelligenten Industrieanwendungen. Besonders aktiv sind die Gründer Leif-Nissen Lundbæk und Felix Hahmann in der Automobilindustrie, wo die beiden ihre Karrieren begonnen haben. XAIN hat in den vergangenen Jahren zusammen mit Forschern der University of Oxford sowie des Imperial College London ein Blockchain System entwickelt, welches den Energieverbrauch beim sogenannten Mining erheblich reduziert. So ist die Lösung von XAIN auch für mobile Geräte und Fahrzeuge anwendbar.

Kommunikation Porsche AG
Unternehmenskommunikation
Tanja Deutschenbaur
Telefon: +49 (0) 711 / 911 27828
E-Mail: tanja.deutschenbaur@porsche.de

Das könnte Sie auch interessieren: