Bitcoin vor dem Ausbruch?

Die wichtigste Krypto-Währung, der Bitcoin, dümpelte seit Ende vergangener Woche um USD 4.000. Hardcore Bitcoin-Fans verfolgten mit Argusaugen die Kursbewegungen. Schliesslich knackte die Digital-Währung problemlos diese wichtige psychologische Hürde und notierte fast den ganzen Tag über USD 4.000, gegen 14.30h (MEWZ) wies er einen Taucher von rund USD 100 auf und tendierte gegen 24.00h wieder zur magischen Hürde.

In den vergangenen 10 Tagen wies der Bitcoin nicht nur prozentmässig die beste Performance unter den 10 gehandelten Krypto-Währungen auf. Auch seine Konstanz in Tagen an denen die übrigen Krypto-Währungen eher zur Schwäche neigten, erwies sich der BTC als Fels in der Brandung.

Rekordtiefe BTC-Volatilität weist auf geringeres Risikopotenzial hin

Die fallende Volatilität des Bitcoin unterstreicht die wiederum anziehende Akzeptanz und das steigende Vertrauen in diese Krypto-Währung. Seit Jahresbeginn 2019 hat sich die 30-Tage Vola zum USD von 4,66 Prozent auf heute 2,33 Prozent genau halbiert. Der Markt sieht die 60-tages Vola BTC/USD gar bei 2,27 Prozent. Im Vergleich dazu, die 30-Tage Nasdaq Vola beträgt aktuell 16,73 Prozent, die des DAX 30, welche notabene auf soliden Old Economy Titeln basiert, 15,36 Prozent und gar jene des konservativ eingestuften Goldes (CBoe Gold ETF Volatility Index) noch 10,08 Prozent. Am vergangenen Freitag, also vor den spekulativen Komponenten Deutsche Bank und Commerzbanz sowie dem Bayer Desaster mit Schadenersatzforderungen an Monsanto (Glyphosat) lag die DAX-Vola trotzdem bei 12,9 Prozent.

Offensichtlich sehen die Anleger im Bitcoin weitaus geringere Risiken als im konservativen DAX 30 und dem New Economy Index Nasdaq. Tiefe Volatilitäten sind ein Hinweis darauf, dass der betreffende Anlagewert oder zumindest grosse Teile davon in festen Händen sind und die Eigner ihre Werte kaum auf den Markt werfen. Die begrenzte Liquidität im Markt führt bei Kaufinteresse zwangsläufig zu höheren Preisen.

Wichtigste BTC-News dieser Woche

  • Steigende Hash-Rates und höhere Stromkosten, das harte Brot der Krypto-Miner. Mining wird immer weniger Ertrag ab. Solange der BTC immer noch auf relativ tiefem Niveau bleibt, bleibt in den meisten Fällen der Erwerb von BTC günstiger als durch Mining. Die Krypto-Branche berichtet, dass im Februar 2019 nur noch der Gegenwert von USD 200 Mio. in BTC an Bitcoin-Miner ausgeschüttet wurden. Dies entspricht dem tiefsten Ertrag seit August 2017, also noch vor dem grossem Ausbruch der BTC-Kurse
  • Digitec Galaxus AG, mit ihren online-Shops digitec.ch und galaxus.ch, dem grössten schweizerischen Grossverteiler „Migros“ gehörend, akzeptieren seit dieser Woche diverse Krypto-Währungen wie Bitcoin, Ethereum (ETH), Ripple (XRP) und Litecoin (LITE) als Zahlungsmittel. Nicht auszudenken, was passiert, wenn Migros sich dieser Entwicklung anschliesst, was auch den zweitgrössten Detailhändler, Coop in Zugzwang führen würde
  • Coinindex.com führte heute ihr Krypto-Kreditprogramm Dcxlend für Laufzeiten von 7, 15 oder 30 Tage für einzelne Digital-Währungen ein. Zu den Kreditverzinsungen jeweils pro Monat: BTC 2 Prozent, Tether (USDT) und Binance Coins (BNB) je 1 Prozent, Ripple und Ethereum je 0,75 Prozent
  • Facebook (FB) sucht unter seinen Stellenangeboten 22 Blockchain Spezialisten, darunter einen „führenden Juristen mit Erfahrung in der Blockchain Technik“ um Blockchain-Entwicklungen, deren Produkte und geschäftlichen Transaktionen (Zahlungsabwicklungen) juristisch zu begleiten. FB entwickelt sein eigenes Token, den Facebook Coin. Wohl als Ergänzung im Umfeld künftiger Zahlungsmöglichkeiten mit BTC und Co.
  • Twitter (TWTR) CEO Jack Dorsey ist ebenfalls auf den BTC-Zug aufgesprungen und soll sein Engagement wöchentlich aufstocken

Text und Bild: Radovan Milanovic

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