Bitcoin unter Beobachtung – Ende der Anonymität?

Kursverlauf von Bitcoin (BTC)

In 2010 wurden erste Kurse ausgehandelt. Im folgenden Jahr kostete 1 BTC unter USD 10,00. Und 2012 bereits USD 15,00. Die erste Kursexplosion erfolgte im ersten Quartal 2013. Der Preis stieg bis USD 266,00. In der Folge verzeichnete der BTC sowohl grosse Einbrüche als auch Anstiege bis Oktober 2015. Ab diesem Zeitpunkt verzeichnete der Markt eine stetige Aufwärtsentwicklung des Kurses. Der grosse Durchbruch von Bitcoin erfolgte 2016 als mittels digitaler Währung die Kapitalverkehrskontrollen Chinas umgehen liessen. So wurde 1 BTC wie folgt gehandelt: Beginn 2016 zu USD 450,00, Mitte des Jahres USD 750,00. 2017: In Januar über USD 1.000,00, Mai 2.000,00, Juni USD 2.900,00. Am 18. Juni um 21:00h (MESZ) kostete 1 Bitcoin USD 2.303.13.

Die Datenspur von Bitcoin Besitzern

BTC wird nachgesagt, dass sie ohne Kontrolle gehalten, angelegt, gehandelt und als Zahlungsmittel eingesetzt werden können. Und dass die Zahlungsströme nicht verfolgt werden können. Dies ist nur die halbe Wahrheit. Der Erwerb der digitalen Währung hinterlässt eine Spur. Denn um Bitcoin zu kaufen, muss physisches (reales) Geld wie EUR, USD, CHF ins Finanzsystem, sprich eine Bank ein Konto einbezahlt werden. Von diesem Konto aus können Bitcoin bei einem Anbieter erworben werden.

Doch vorgängig muss bei bitcoin.org ein Konto; ein Bitcoin-Wallet eröffnet werden. Über dieses können Überweisungen erfolgen. Jedoch nicht wie bei konventionellen Banken üblich vom eigenen Konto auf das Konto des Begünstigten. Sondern vom BTC-Inhaber zu einem Bitcoin Begünstigten. Also von Person zu Person. Zahlungen, Überweisungen oder Investitionen können somit über das persönliche BTC-Wallet vom Handy, dem PC…erfolgen.

Es ist ein Irrtum, wenn angenommen wird, dass der Gesetzgeber, die Steuerbehörden… auch in Zukunft keinerlei Kontrolle über die Transaktionen hätten. Denn das BTC-Netzwerk unterhält dezentrale Datenbanken wo sämtliche Transaktionen gespeichert werden. Im Zuge neuer Gesetze wie der Kontrolle der Geldströme zur Verhinderung von Geldwäsche dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis den Behörden sämtliche Zahlungsströme offen gelegt werden müssen.

Baldiges Ende der Anonymität von Bitcoin-Transaktionen?

Bereits am 15. Dezember 2016 wurde bekannt, dass US-Steuerbehörde (IRS) mit einfacher Anfrage Zugang zu sämtlichen BTC-Transaktionen erhält. Wobei die bei Gerichtsverfahren die Behörde 90 Prozent der Fälle gewann.

Nicht genug: Am 25. Mai 2017 beschloss der Senat ein Gesetzesvorschlag zum Verbot der Geldwäsche eizubringen (“S.1241 – Combating Money Laundering, Terrorist Financing, and Counterfeiting Act of 2017”). Das neue Gesetz soll bei Beträgen über USD 10.000 greifen. Zum aktuellen BTC-Kurs, bereits ab BTC 4,35. Übertretern drohen drakonische Strafen. Brussel und die EU-Regierungen dürften diesbezüglich in Bälde on sich hören lassen.

Text: Radovan Milanovic

Das könnte Sie auch interessieren: