Bitcoin und Co. im Würgegriff der Bären

Konzentration des Marktes auf höher kapitalisierte Werte

Die Markt-Influencer haben mit dem Crypto-Massaker ihr Ziel erreicht. Der Freitag dürfte als “Schwarzen Freitag” der Krypto-Währungen in die Geschichte digitaler Währungen eingehen. Vieles spricht dafür, dass der Hintergrund des Einbruchs des Krypto-Marktes nicht fundamentaler, sondern spekulativer Natur war, welcher in der Folge das technische Bild verdüsterte und zu einem Selbstläufer mutierte. Die Aufstellung der Performances zeigt, dass im Krypto-Bereich eine Selektion hin zu den Währungen mit den höchsten Kapitalisierungen stattfindet (hintere Ränge weisen höhere Verluste auf). Die beiden grossen, nämlich Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH), mussten mit Tagesverlusten von 10,23, bzw. 12,74 Prozent vergleichsweise wenig Federn lassen.

Die Flutung des Marktes mit schlechter Stimmung zeigte ihren bisherigen Höhepunkt. Jegliche positiven Aspekte von neuen Blockchain Anwendungen der Industrie und der Ausweitung der Benutzerkreise blieben unbeachtet. So auch der Bericht des vielbeachteten Krypto-Magazins über ein Interview mit Phillip Nunn, einem namhaften Blockchain Consultant. Dieser sprach im Januar davon, dass der Bitcoin (BTC) auf ein Jahrestief von USD 6.000 fallen, bevor er bis Jahresende bis auf USD 60.000 anziehen würde. Der erste Teil seiner Erwartungen hat sich mit dem gestrigen Jahrestief von USD 5.922,40 bestätigt. Wie schnell sich die Lage ändern kann, zeigt der BTC-Kurserlauf mit seinem Jahres- und Allzeithoch von knapp USD 20.000 im Januar und die folgenden Kurskapriolen. Stellvertretend für digitale Währungen steht der BTC als Trendsetter. Deshalb kann vom Kursverhalten des Bitcoins auf die künftige Entwicklung anderer Krypto-Währungen geschlossen werden.

Der Abwärtssog hat wichtige, technische Chartpunkte angekrazt. Das Ausmass des Einbruchs dürfte jedoch die Voraussetzungen für eine Gegenreaktion, also eine Erholung geschaffen haben.

Gemäss Coinmarketcapital.com betrug die Kapitalisierung aller Krypto-Währungen am Freitag um Mitternacht MESZ nur noch USD 259 Mrd., verglichen mit seinem Hoch von USD 813 Mrd.(im Januar 2018). Obowohl in dieser Zeit die Anzahl Krypto-Währungen von rund 3.600 auf ca. 4.500 angewachsen ist.

Die technischen Indikatoren geben für die künftige Performance von BTC ein gemischtes Bild. Der Bitcoin dürfte jedoch – zumindest kurzfristig – von der überverkauften Situation profitieren. Gleich mehrere Indikatoren weisen auf eine Erholung hin:

  • Der BTC-Schlusskurs konnte sich über dem wichtigen psychologischen Kurs von USD 6.000 halten. Sonst wäre ein langfristiger Abwärtstrend eingeläutet worden
  • Bei der kritischen Zone um USD 5.956 trat der BTC vorerst zur Konsolidierung, dann zur leichten Erholung an. Die Techniker sehen ein erstes Kursziel von USD 6.400
  • Kurzfristige RSI-Werte (Relative Strength Index) von 1, 2, 4 … Stunden) sind stark überverkauft, der 14-tägige RSI liegt bei 41,8 und weist – mittelfristig – hingegen eher auf ein Verkaufsignal hin
  • Der Kursrückgang hat die Kaufzone der Bollinger-Band Berechungen von 4, 8 und 12 Stunden erreicht, was eine möglich Gegenreaktion anzeigt
  • ADX(14): Der Stärke Indikator, der Average Directional Index, weist mit dem Wert von 21,8 ebenfalls auf eine Erholung hin
  • ROC: Mit einem Wert von 1.120 lässt der Momentum-Indicator eher auf kommende höhere Kurse hin

Noch kein klares Bild zeigen die durchschnittlichen Werte der einfachen Tageslinien (Moving Averages) mit ihren Pivot-Punkten

Tendenz zum Verkauf

  •   MA5 (6.117), MA50 (6.366), MA100 (6.534), MA200 (6.531)

Tendenz zum Kauf

  • MA10 (6.096), MA20 (6.101)

Krypto-Währungen unterliegen grossen Schwankungen und Risiken. finanzmag.com ist eine Informationsplattform deren Beiträge nach bestem Wissen und Gewissen erstellt werden. finanzmag.com gibt weder Kauf- noch Verkaufsempfehlungen. Investitionen oder Desinvestitionen erfolgen auf Risiko des Entscheidungsträgers.

Text: Radovan Milanovic

Das könnte Sie auch interessieren: