Bitcoin auf kräftiger Talfahrt, doch wie lange noch?

Neben den spekulativen Aspekten werden künftige Anwendungsmöglichkeiten kometenhaften Anstieg des Bitcoin in 2017, platzte die Blase in 2018. Besonders zeigte sich der Kursrückgang seit dem 07. November 2018, als der BTC noch bei CHF bei USD 6.523.15 notierte.

Anwendungen des Bitcoin bleiben immer noch hinter den Erwartungen zurück

Die Benutzerunfreundliche Handhabung der Währung, welche immer noch nicht gelöst wird (lange Dauer der Transaktionen, hohe Transaktionskosten) ist ein weiterer Grund für das Abtauchen der Kurse. Den Durchbruch als allseitig anerkanntes Zahlungsmittel und eine weitere Verbreitung der Währung als nur durch Hardcore Bitcoin-Anhängern ist weiterhin nicht in Sicht. Sie hofften, dass grosse Konsumketten wie Starbucks und McDonald’s BTC als Zahlungsmittel akzeptieren. In einem solchen Falle könnte der Wert des BTC kaum erahnt werden.

Inzwischen hat auch Starbucks dementiert, Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Doch über die „Hintertüre“ iPayYou können die Gäste der Kaffee-Restaurant Kette sehr wohl (indirekt) mit BTC bezahlen. Das Bitcoin Wallet iPayYou konvertiert die Rechnungssumme zum aktuellen BTC/USD-Kurs mittels Bitcoin Direct Tool und schreibt Starbucks die Rechnungssumme in Landeswährung gut. Sollte die Anzahl Transaktionen über dieses Wallet weiter ansteigen, dürfte die Kette ihre Entscheidung sicherlich überdenken.

McDonnald’s hingegen liebäugelte mit einem eigenen Krypto-Token, dem „MacCoin.“ Die Hamburger-Kette emittierte den MacCoin um 50. Geburtstag als „limitierte Auflage“ zu „Sammlerzwecken“ bei gleichzeitiger Möglichkeit, in einem der 14.000 Restaurants in den USA und in über 50 Ländern weltweit, einen Big Mac zu erwerben. Ein erster, halbherziger Versuch der Kette, ein Gefühl für den Digital-Markt zu bekommen. Doch der MacCoin Token ist keinesfalls eine Krypto-Währung, sondern eine reine Wertmünze.

In den USA finden nur noch rund 40 Prozent aller Konsumententransaktionen in bar statt. Der Trend zu digitalen Transaktionen wird weiter zunehmen. Welche Lösungen schlussendlich das Rennen machen werden bleibt offen. Für BTC stehen die Chancen nicht schlecht, zu den Gewinnern zu zählen.

Künftiger Kursverlauf des BTC – Analystensicht

Die täglich tieferen Notierungen des BTC erinnern an das Bonmot des legendären Börsengurus André Kostolany, „laufe nie einer Strassenbahn und einer Aktie hinterher.“ Gerade die äusserst volatilen und tendenziell fallenden Kursverlaufe der Krypto-Währungen sind 2018 für Contrary Opinion Anleger extrem kostspielig geworden. Doch 2019 könnte sich die Situation völlig verändern. Die wichtigen aktuellen technischen Indikatoren stehen allesamt bei Tiefrot (90 Prozent bei „starke Verkaufsempfehlungen, ca 10 Prozent bei „Verkaufempfehlungen“). Marktechiker sehen bei einem Kurs von USD 3.000 zwar eine starke psychologische Unterstützung, gefolgt von einem Rückschlagpotenzial auf den Kurs von USD 2.970, dem Kurs vom 15. September 2017. Sollte dieser Wert unterschritten werden, wäre gar ein Wert von USD 1.760 (Kurs vom 18. Juli 2017) möglich.

Bitcoin-Chart 15.09.2017 - 15.12.2018, logarithmischer Kursverlauf
Quelle: coinmarketcap.com, Bitcoin-Chart 15.09.2017 – 15.12.2018, logarithmischer Kursverlauf

Künftiger Kursverlauf des BTC – realistischere Entwicklung

Ohne Zweifel ist der Markt überverkauft. Da der Handel schlussendlich ein Nullsummen-„Spiel“ ist, muss jede Shortposition geschlossen werden, also die Shorts mittels Käufen spätestens bei Ablauf der Vertragsperiode wieder eingedeckt werden. Somit dürfte in Kürze ein riesiges Kaufvolumen aller wichtiger Krypot-Währungen und somit eine Kaufeuphore anstehen. In wenigen Tagen werden die Börsen über die Feiertage geschlossen sein. Kotierte Werte wie Wertpapiere, aber auch kotierte BTC-Futures und –Optionen Kontrakte können während dieser Zeit allenfalls ausserhalb der Börse (OTC) gehandelt werden. Nur wenige Anleger setzen sich während den Feiertagen solchen Risiken aus. Vor Weihnachten dürfte es deshalb zu erheblichen Volatilitäten kommen. 2019 werden die Karten neu gemischt werden. Denn kapitalkräftige Investoren hatten genügend Zeit, sich an „billigen“ BTC zu bedienen.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay, Creator: MichaelWuensch

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