Binäre Optionen, ein rotes Tuch für Bafin und ESMA

Die BaFin verbietet den Handel mit binären Optionen in Deutschland und die ESMA innerhalb der EU

Die die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht), hat den Vertrieb und den Verkauf von binären Optionen für Kleinanleger in Deutschland hat ab 02. Juli 2018 untersagt. Weitere Beschränkungen wurden ab dem 01. August 2018 in Kraft gesetzt. Die Behörde begründet ihre Forderung mit der Komplexität und der mangelnden Transparenz binärer Optionen. Denn sie unterstehen nicht dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) und werden in der Folge auch nicht an einem geregelten Markt gehandelt. Über Online-Plattformen setzen die Anbieter die Berechnung der Wertentwicklung des entsprechenden Basiswertes fest.

Am 20.12.2018 doppelte die BaFin nach und veröffentlichte den Entwurf einer Allgemeinverfügung. Grösste Sorge bereitet der BaFin die Nachschussplicht für Kleinanleger in Deutschland und die gesamte EU.

Zeitgleich mit der Bafin hat die European Securities und Markets Authority (ESMA) den Handel in der EU verboten, jedoch temporär für vorerst 3 Monate. Die ESMA hat die Verkaufsrestriktionen sowohl am 28. September 2018 als auch am 19. Dezember 2018 für Privatkunden um weitere drei Monate erneuert (letztere beginnend vom 01. Februar 2018). Die Einschränkungen beziehen sich unter anderem auf die Limitierung der Hebelwirkung von CFDs (Contracts of Differences), dem Verbot der Nachschusspflicht, der Limitierung der Margen sowie Vorkehrungen zum Schutz der Investoren und Ihrer Kapitalien.

Binäre Optionen, Roulette für Anleger?

Binäre Optionen – Roulette für Anleger?

Binäre Optionen begründen ein Vertragsverhältnis zwischen einem Anbieter und einem Investor, welche festsetzen, dass ein Basiswert beim Ablauf der Laufzeit (Optionenverfall) entweder einen höheren oder tieferen Preis bildet. Für den Laien erschwerend ist die Tatsache, dass binäre Optionen sehr kurze Laufzeiten wie 30 / 60 Sekunden oder wenige Minuten aufweisen. Als Basiswerte bieten sich Wertpapiere wie Aktien, Rohstoffe oder Devisen an. Einfach ausgedrückt: Stimmt die Richtung der gesetzten Kursentwicklung (rauf oder runter) des Basiswertes, gewinnt der Investor, im andern Falle ist der Einsatz verloren. Dabei gilt immer der Preis des Basiswertes genau zum Zeitpunkt des Ablaufs der Option. Kursentwicklungen während der Laufzeit der Option spielen keine Rolle.

Wichtige Kritikpunkte der BaFin

• Kursfindung binärer Optionen: Nicht aufgrund von Angebot und Nachfrage sondern aufgrund nicht transparenter Entscheidungsgrundlagen der Anbieter
• Kurze Laufzeiten: Für ist es schwierig Kleinanleger schwierig, das Risiko-/Rendite-Profil innerhalb der extrem kurzen Laufzeiten abzuschätzen
• Definition des Optionen-Verfallzeitpunktes: Mangels gesetzlicher Vorgaben, könnte dieser zu Ungunsten des Investors „manipuliert“ werden könnte

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay, Creator: GregMontani

Hinterlassen Sie einen Kommentar:

Das könnte Sie auch interessieren: