Baltic Dry Index mit starken Konjunktursignalen

Der Baltic Dry Index auf Dreijahrestief – Ankündigung einer schwächeren Konjunktur

Der Baltic Dry Index (BDI) auf Dreijahrestief - Ankündigung einer schwächeren Konjunktur

Der Baltic Dry Index (BDI) ist ein untrüglicher Konjunktur-Indikator. Er widerspiegelt die Entwicklung der globalen See-Frachtkosten von Rohmaterialien wie Eisen, Stahl, Zement, Kohle… also zyklischer Nachfrage unterworfenen Gütern. Fallen die Frachtpreise dieser Produkte, benötigt die Bauwirtschaft weniger Rohmaterialien für den Haus-, Gebäude-, Strassenbau sowie für Infrastrukturprojekte. Denn bei Zeichen eines schwächeren Wirtschaftswachstums werden eigene Materialvorräte abgebaut.

Baltic Dry Index im freien Fall

Seit seinem Mehrjahreshoch Ende August von 1794 Punkten sackte er bis Freitag, den 08. Februar 2019 auf 601 Punkte (-66,5 Prozent) ab.

Auch der leichte Rückgang des auf dem Seeweg transportierten Erdöls trug das seine bei. So sind die USA vom Erdölimporteur zum -exporteur geworden. Am Beispiel von Venezuela lässt sich der Rückgang der Seefrachtvolumen dokumentieren. Aufgrund des Handelsembargos mit Venezuela wird kein Erdöl mehr aus Venezuela in die USA verschifft. Zudem kollabiert die Produktion des schwarzen Goldes in Venezuela geradezu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der BDI ist ein sehr zuverlässiger Indikator und kann nicht manipuliert werden, da er die Transportkosten der Bulk-Carrier von Orten der Gewinnung von Rohmaterialien bis zu den Ländern der Verarbeitern misst. Der Baltic Dry Index (.BADI) wird täglich durch die Baltic Dry Exchange in London berechnet und umfasst die Preisentwicklung der 22 wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit der vier Schiffskategorien Capemax, Panamax, Handymax und Handysize.

Container-Frachtraten des World Container Index immer noch auf hohen Niveau

Während die Frachtraten für Bulk-Carrier eingebrochen sind, bewegen sich die Charterraten (Schiffsmieten) für Containerschiffe fast unverändert auf hohem Niveau. Tendenziell bröckeln auch diese Raten leicht von ihren Hochs am 01.11.2018 und 20.12.2018 bei USD 1.800 (pro 40 Fuss Container), basierend der 8 wichtigsten Routen von und in die USA, Europa und Asien. In den vergangenen 6 Wochen haben diese Preise um 7,5 Prozent auf USD 1.664,24 am Freitag nachgegeben. Da der Container-Index seit dem Frühjahr im Monatsvergleich immer noch im Steigen begriffen ist, wäre es zu früh, um auf eine beginnende Korrektur zu schliessen.

Container beinhalten im Seefrachtverkehr Halbfertig- oder Fertigprodukte oder zumeist Konsumgüter. Es ist somit auszugehen, dass der Konsum vorerst weiter auf hohem Niveau bleibt.

Text und Bild: Radovan Milanovic
Quellen: Produktion und Verschiffung von Erdöl in die USA (U.S. Information Energy Administration EIA)

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